Schwäbische Zeitung: Das Lebensende im Blick – Kommentar zur Diskussion von Beihilfe zur Selbstötung

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Diakonie-Präsident Ulrich Lilie hat Recht:
Damit Beihilfe zur Selbsttötung nicht einfach eine Möglichkeit unter
anderen wird, muss man den Blick stärker auf das Lebensende richten.
Menschen, die sich sicher sind, in ihren letzten Tagen oder Monaten
nicht leiden zu müssen, äußern auch selten den Wunsch zur
Selbsttötung. Das geben sogar Peter Hintze und Karl Lauterbach zu,
die ärztlich assistierte Selbsttötung zulassen wollen.

Der Gesetzgeber sollte sich weniger Gedanken darum machen, wie man
jemanden straffrei stellen kann, der aus Barmherzigkeit und nicht aus
Geschäftssinn Sterbehilfe leistet. Weit sinnvoller sind Diskussionen,
wie man Sterbenden helfen kann, wie man ihre Angst vor Schmerzen
nimmt, wie man ihnen ermöglicht, dort zu sterben, wo sie es selbst
sich wünschen – meist nicht im Heim, sondern in ihrem eigenen Bett,
in ihrem Zuhause.

Diese Möglichkeit fehlt vor allem im ländlichen Raum. Hier zu
helfen ist weit wichtiger, als assistierte Selbsttötung gesetzlich so
zu regeln, dass sie als selbstverständlich erscheint – und – noch
schlimmer – vielleicht manche Ältere künftig sogar unter Druck setzen
könnte, ihren Angehörigen nicht länger zur Last zu fallen.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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