Schwäbische Zeitung: Deutliche Signale der Bundeswehr – Kommentar zur Mali-Mission

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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der
Leyen (CDU) nennt die Mali-Mission „gefährlich“. Bis zu 650 Soldaten
der Bundewehr sollen ab Februar Teil der Minusma werden, der
Multinational Integrated Stabilization Mission in Mali. Nun kann es
nicht darum gehen, den Einsatz der Frauen und Männer zu schmälern,
doch sind bereits 11000 Blauhelme anderer Nationen an dem Einsatz in
Westafrika beteiligt. Die Bundeswehr soll mit Drohnen Aufklärung
betreiben und logistische Unterstützung liefern, Kampfeinsätze sind
nicht vorgesehen.

Der Norden Malis, wo in der Provinzhauptstadt Gao die deutschen
Soldaten stationiert sein sollen, ist seit Jahren Einflussgebiet von
kriminellen Banden und Dschihadisten-Gruppen. Die noch vor Jahren
gepriesene Demokratie in Mali fand in der Hauptstadt statt, der
staatliche Kollaps in Libyen und die Weite der Sahara machen es seit
jeher schwer, die Region zu kontrollieren.

Der Einsatz am Rande der Sahara wirft, einen Tag nach dem
Wehrbericht, die innenpolitische Frage auf, wie gut die Bundeswehr
für eine solche Mission gerüstet ist. 1993, als die Deutschen an der
UN-Intervention in Somalia teilnahmen, gab es noch die Wehrpflicht
und ein pralles Verteidigungsbudget. Beim Einsatz in Afghanistan, der
jetzt offiziell beendet ist, waren viele Fahrzeuge nicht ausreichend
gegen Bombenanschläge geschützt.

Das ist kein gutes Omen für die Mission in Mali. Denn schon die
alarmierenden Signale aus dem Afghanistan-Einsatz sind ungehört
verhallt.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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