Schwäbische Zeitung: Ernüchternde Zahlen – Kommentar

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Als Baden-Württemberg 2014 dem Asylkompromiss
zustimmte, verteidigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine
Entscheidung mit der Chance von Asylbewerbern, künftig schon nach
drei Monaten arbeiten zu dürfen. Dafür nahm der Grüne in Kauf, dass
drei Balkanländer sichere Drittstaaten wurden.

Ein paar Monate später kommen ernüchternde Zahlen auf den Tisch.
Da kann die Politik noch so viele Erleichterungen beschließen – wenn
die Asylverfahren weiterhin so lange dauern wie bisher, wird kaum ein
Arbeitgeber das Risiko eingehen, einen Menschen einzustellen, der
vielleicht in ein paar Monaten abgeschoben wird.

Asylverfahren müssen schnell gehen, damit zügig Gewissheit
herrscht, vor allem für die Flüchtlinge. Das Bundesamt für Migration
und Flüchtlinge soll nun mehr Mitarbeiter bekommen. Das ist richtig
und auch kein sinnloses Aufblähen einer Behörde. Es ist schlicht
Aufgabe des Staates, den Flüchtlingszustrom zu bewältigen – und das
für alle Seiten so effektiv und rechtssicher wie möglich.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
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