Schwäbische Zeitung: „Griechische Koalitionen“ – Kommentar

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Als gewiefter Taktiker wurde Alexis Tsipras
bezeichnet, als er eine Volksabstimmung über die Sparauflagen der
Gläubiger abhalten ließ. Seiner Popularität tat es auch keinen
Abbruch, als er vor wenigen Wochen vom Amt des Ministerpräsidenten
zurückgetreten war.

Doch seither hat der Syriza-Chef einigen Glanz verloren und es
kann nicht mehr als sicher gelten, dass er aus der Parlamentswahl am
Sonntag – der vierten innerhalb von drei Jahren! – als Sieger
hervorgeht.

Viel pragmatischer und weniger lärmend kämpferisch tritt Evangelos
Meimarakis auf, der Chef der konservativen Nea Dimokratia. So wie
seine Konservativen Mitschuld an der griechischen Agonie vergangener
Jahre trifft, so sehr steht Tsipras für das Chaos, die Kapitalflucht
und die griechische Unzuverlässigkeit der letzten Monate.

Für Europa und die Geldgeber, vermutlich auch für die Griechen,
scheint eine Koalition der linken Syriza mit den Konservativen die
beste Option. Meimarakis will, Tsipras nicht. Aber – das haben die
vergangenen Monate gezeigt – auch das kann sich schnell ändern.

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Schwäbische Zeitung
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