Schwäbische Zeitung: Großspurig wie eh und je – Kommentar zu FDP/Landtagswahl

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Es ist ja schon eine Weile her, dass der FDP
eine solche Bedeutung zukam. Nach Jahren in der Versenkung können die
Liberalen wieder einmal Zünglein an der Waage spielen. Und als ob
nichts gewesen wäre, gefällt sich die Partei in der Rolle des
Königsmachers. Sie gibt sich großspurig wie eh und je, man könnte
fast glauben, sie habe die Zehn-Prozent-Marke hinter sich gelassen.

Nun muss zwar keine Partei in Demut erstarren, nur weil sie ein
passables Wahlergebnis erzielt hat. Aber die Wähler können erwarten,
dass Parteien Koalitionen mit anderen demokratischen Parteien nicht
von vornherein ausschließen, wenn dies zu einer stabilen Regierung
führen könnte. Dass sich die FDP in Baden-Württemberg einem Bündnis
mit Grünen und SPD mit Nachdruck verschließt, in Rheinland-Pfalz
dagegen eben dieses anstrebt, erklärt sich auf Anhieb nicht. Das kann
nur an der Person des Fraktionschefs liegen. Dabei weiß auch
Hans-Ulrich Rülke: Der Höhenflug der FDP ist nicht nur auf seinem
Mist gewachsen, es gab genügend Wähler, die seine Partei gewählt
haben, weil sie den CDU-Kandidaten nicht zum Ministerpräsidenten
küren wollten. Diese Klientel stoßen die Liberalen vor den Kopf, wenn
sie auf Koalitionen am Wahlsieger vorbei beharren.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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