Schwäbische Zeitung: Kommentar: Chinesischer Irrtum

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Natürlich reagiert die Führung in Peking erbost
auf das Urteil des Internationalen Schiedshofs in Den Haag. Denn nun
steht die aggressive Expansionspolitik der Volksrepublik am Pranger.
Und diese gefährdet den Frieden in der Region.

Peking soll in einer logistischen Meisterleistung in weniger als
einem Jahr zehn Millionen Kubikmeter Sand und Zement auf Riffe
verteilt und diese befestigt haben, um die umfassende Kontrolle des
Südchinesischen Meeres zu bekräftigen. Dabei gefährden die Chinesen
nicht nur das Verhältnis zu Vietnam, Brunei, Malaysia und anderen
asiatischen Nachbarn. Nein, sie brechen ohne Not einen Streit vom
Zaun, der den globalen Handel und nicht zuletzt den Weltfrieden
bedroht. 60.000 Schiffe passieren jährlich das Südchinesische Meer,
sie transportieren ein Drittel des weltweiten Warenaustauschs. Peking
will die militärische Anerkennung und geostrategische Bedeutung
erhalten, die es als Wirtschaftsmacht ohnehin längst hat. In Chinas
Hauptstadt meint man, dies durch Gewalt und Drohungen erreichen zu
können. Welch ein Irrtum!

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Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
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