Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Wolfgang Bosbachs Rückzug: Ein Verlust für die Union

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Dieser Mann kann einem schon wirklich gehörig
auf die Nerven gehen. Gefühlt sitzt er in jeder Talkshow. Er wird von
den Redakteuren der Nachrichtensender zugeschaltet, wenn ihnen
niemand anderes mehr einfällt, und dann gibt er auch noch zu allem
Möglichen seinen Senf ab. Wolfgang Bosbach ist in eigener Sache ein
Medien-Profi erster Güte. Dennoch wird dieser joviale Rheinländer der
bundesdeutschen Politik fehlen.

Bosbach repräsentiert den konservativen Flügel der Union, der es
mit seiner Parteichefin Angela Merkel ausgesprochen schwer hat. In
der Sache zuweilen sehr hart, im Ton nie verletzend, nötigt Bosbach
auch seinen Gegnern immer wieder Respekt und Anerkennung ab. Bosbach
ist ein selbstbewusster Parlamentarier, der das Grundgesetz ernst
nimmt und seine Gewissensfreiheit über den real existierenden
Fraktionszwang stellt. Über seine Haltung hat es bei diversen
Kontroversen nie einen Zweifel gegeben. Parlamentarismus lebt von
Streitkultur. Um beides hat sich Bosbach verdient gemacht.

Schon jetzt kann prognostiziert werden: Die Union wird sich schwer
tun, ihn in der kommenden Legislaturperiode zu ersetzen. Dass sich
Bosbach zurückziehen möchte, ist nachvollziehbar und dennoch eine
schlechte Nachricht.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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