Schwäbische Zeitung: Kommentar zur Absage Irans: Argumentative Schlichtheit

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Nach dem Abschluss der Atomverträge hat das
Regime in Teheran zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen gezeigt,
dass wirtschaftliche Öffnung nicht mit Freiheit und Dialog zu
verwechseln ist.

Die Absage des iranischen Standes auf der Frankfurter Buchmesse,
weil der britische Autor Salman Rushdie auf der
Eröffnungspressekonferenz sprechen wird, ist ein Zeichen der
Intoleranz. Die Fatwa gegen ihn wegen der „Satanischen Verse“ war vom
mittlerweile verstorbenen iranischen Revolutionsführer Ayatollah
Khomeini ausgesprochen worden.

Schon vor Wochen hatte Teheran den geplanten Auftritt des
Dirigenten Daniel Barenboim gestrichen. Begründung: Er habe neben dem
argentinischen Pass auch einen israelischen und sei darum nicht
willkommen.

Die iranische Kulturadministration argumentiert so schlicht, dass
das kulturbeflissene iranische Volk beleidigt sein müsste. Am Sonntag
reist der literaturinteressierte deutsche Außenminister nach Teheran.
Er könnte den Mullahs den Satz erklären, dass Freiheit auch die des
Andersdenkenden sei.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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