Schwäbische Zeitung: Konsequent handeln – Ein Kommentar zur italienischen Flüchtlingspolitik

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Die Drohung Italiens, nur noch eigene Schiffe
und solche der europäischen Grenzschutzagentur Frontex in die Häfen
einfahren zu lassen, ist nachvollziehbar. Das Land wird mit den
Folgen des Flüchtlingszustroms alleingelassen.

Es war zunächst die italienische Marine selbst, die die
Rettungsaktion Mare Nostrum startete. Als das Projekt Ende 2014 aus
Kostengründen eingestellt wurde, finanzierten immer mehr private
Hilfsorganisationen eigene Schiffe. Das große Sterben endete damit
aber nicht – im Gegenteil. Deshalb muss die EU endlich einen
Vorschlag des UN-Flüchtlingshilfswerks umsetzen und in Ländern wie
Marokko oder Tunesien Übergangslager errichten. Nur wenn gerettete
Flüchtlinge konsequent an die nordafrikanische Küste zurückgebracht
werden, wird das mörderische Geschäftsmodell der Schleuser
ausgetrocknet.

Für die EU wird das ein teures Vorhaben – auch für jene
Mitgliedsländer, die sich bislang wenig solidarisch gezeigt haben.
Die Aufnahmeländer müssen entschädigt und die Lager menschenwürdig
ausgestattet werden. Genügend EU-Beamte vor Ort müssen dafür sorgen,
dass jeder Asylantrag ordentlich und schnell bearbeitet wird. Und
abgelehnte Bewerber müssen möglichst rasch in ihre Heimatländer
zurückgebracht werden.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
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