Schwäbische Zeitung: Kühne Ziele, wenig Fortschritt in der Afrikapolitik – Ein Kommentar zum G20-Gipfel

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Alle Jahre wieder entdeckt Deutschland ferne
Kontinente. 1994 wurde die Lateinamerika-Initiative der deutschen
Wirtschaft ins Leben gerufen. 2012 wurde eine Afrika-Initiative des
damals für die Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Ministers Dirk
Niebel gefeiert. Hinzu kommt ein ganzer Reigen weiterer
Aktionsgruppen, etwa die Subsahara-Afrika-Initiative von
Handelskammern und Industrie.

Kühne Ziele werden je nach Interessenlage definiert: Abbau der
Armut, mehr Bildung, mehr Wohlstand, weniger Krankheiten und weniger
Kriege, mehr Umweltschutz. Das klingt alles prima, und so überrascht
es nicht, dass Kanzlerin Angela Merkel eine neue „Partnerschaft mit
Afrika“ als G20-Gastgeberin ausrufen will.

2050 werden knapp 2,5 Milliarden Menschen in Afrika leben. Über 20
Millionen Jobs müssen bis dahin jedes Jahr geschaffen werden. Wer
keine Chance für sich sieht, versucht sein Glück nördlich des
Mittelmeers.

Bereits vor Jahren sollten die Beziehungen zwischen den
Kontinenten vertieft werden. Wer „gut“ – sprich halbwegs
„korruptionsfrei“ – regierte, sollte mehr Hilfe vom reichen Norden
bekommen. Ruanda, Uganda, Nigeria, Südafrika oder Ägypten galten als
Lokomotiven für den Fortschritt. Herausgekommen ist nicht viel. Es
fehlt der Glaube, dass jetzt wirklich etwas passiert.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
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