Schwäbische Zeitung: Kurswechsel ist nötig – Kommentar zum Einsatz der Aufklärungstornados

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Man kann es sich ganz einfach machen. Die
Bundesregierung werde zu einem Risiko für die innere Sicherheit, sagt
die Linke Sahra Wagenknecht, denn wer Bundeswehr-Tornados nach Syrien
schicke, erhöhe die Anschlagsgefahr in Deutschland. Das stimmt. Aber
was ist, wenn die westliche Welt, wenn Deutschland nicht eingreift?
Wenn man den IS gewähren lässt? Wird dann das Leben etwa sicherer?

Nein, der deutsche Kurswechsel ist bitter, aber nötig. Deutschland
steigt in die militärische Auseinandersetzung mit dem IS ein. Das ist
ein sehr schwerer, ein bedeutender Schritt. Für deutsche Verhältnisse
ist es eine ziemlich offensive Haltung, Aufklärungstornados nach
Syrien zu schicken. Für die Partner in der Allianz, in der Nato und
der EU aber ist die Haltung noch immer typisch deutsch: die
höchstmögliche Zurückhaltung bei militärischem Engagement.

Deutschland handelt widerstrebend nach dem Motto, was müssen wir
liefern, während andere Nationen wie Großbritannien nie damit
zufrieden waren, die Sicherheit bei den Alliierten in Auftrag zu
geben. Doch die deutsche Behutsamkeit hat gute historische Gründe.
Leider aber gibt es ebenso wichtige aktuelle Gründe, sie aufzugeben.

Frankreich hat Deutschland um Hilfe gebeten, mehr noch, hat
Deutschland geradezu unter Druck gesetzt, weiterzugehen als bisher.
Solidarität kann auch Kampf bedeuten. Dass sich Deutschland mit
solchen Entscheidungen schwertut, ziert das Land und seine Regierung.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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