Schwäbische Zeitung: Leitartikel zur Klimakonferenz: Beschlüsse beherzt umsetzen

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Natürlich kann einmal mehr alles miesgemacht
werden. Die Beschlüsse von Paris werden die Erderwärmung nicht
stoppen, sie werden in den kommenden Jahrzehnten das Abschmelzen von
Eis nicht verhindern, sie werden weder Umweltkatastrophen verhüten,
noch Flüchtlingsbewegungen wegen Dürren oder Überschwemmungen
abwenden. Seit 1995 diskutiert die Welt über die Folgen des
CO-Ausstoßes. Insgesamt 21 Klimakonferenzen waren nötig, damit 195
Staaten dieser Erde jetzt in Frankreichs Hauptstadt eine Einigung
erzielten, mit der der Planet mittel- und langfristig gerettet werden
soll.

Was den Pessimisten nicht ausreicht, ist für die Optimisten Grund
zur Hoffnung. Tatsache ist, dass zwischen den Industriestaaten wie
den sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern erstmals Konsens
herrscht, dass es zu dramatischen Veränderungen der Energiegewinnung,
des Energieverbrauchs und des Naturschutzes kommen muss, damit die
Erde bewohnbar bleibt. Dass Frankreich, das klug und geschickt die
Konferenz zum Erfolg gebracht hat, diesen Durchbruch mit Pathos („Es
leben die Vereinten Nationen, es lebe der Planet, es lebe
Frankreich!“) feiert, sei Präsident François Hollande und
Außenminister Laurent Fabius mehr als gegönnt.

Doch nun beginnen die Mühen der Umsetzung. In vielen Staaten wird
es teils massiven Widerstand geben. Auch im Falle Deutschlands werden
die Schwierigkeiten deutlich. Die Energiewende, die bislang mehr zu
Verdruss und Verwirrung als zu Freude geführt hat, muss endlich
beherzt gemanagt werden. Querschüsse einzelner, jedoch umso
mächtigerer Bundesländer wie NRW oder Bayern, dürfen nicht mehr
toleriert werden. Die Pariser Klimakonferenz hat für die deutsche
Industrie und den Mittelstand die Märkte der Zukunft definiert. Nur
mit Innovation und Erfindergeist werden dort Erfolge zu feiern sein.
Klimapolitik ist eine Kombination aus Umwelt- und Industriepolitik,
sie wird zum Grundstein für Wachstum und Wohlstand. Für die hiesige
Wirtschaft sind das blendende Voraussetzungen.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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