Schwäbische Zeitung: Merkel übt noch – Kommentar zu Merkels Besuch in Heidenau

Abgelegt unter: Allgemein |





Die Bundeskanzlerin war ohnehin in Sachsen
unterwegs, um in einer Uhrenmanufaktur eine neue Halle einzuweihen.
Da machte der anderthalbstündige Abstecher nach Heidenau nicht zu
viel Mühe.

Merkels Prinzip, lange abzuwarten, wenn sich Unmut regt und dann
so zu tun, als habe sie das Geforderte schon lange vorgehabt, scheint
dieses Mal nicht reibungslos zu funktionieren.

Ganz anders war das beim Bundespräsidenten, der allerdings in
Berlin-Wilmersdorf ein milderes Klima antraf als die Kanzlerin in
Sachsen. Joachim Gauck war nicht zum ersten Mal in einem Heim für
Flüchtlinge. Anders als die Kanzlerin benutzte er am Dienstag Worte
von großer Symbolkraft, als er von „Dunkeldeutschland“ sprach, das er
empfinde, wenn er von den Attacken auf Asylbewerberunterkünfte höre.

Mit ruhiger Hand die Geschäfte zu führen, nicht überzureagieren,
ist an sich gut. Aber es gibt Situationen, die auch von einer
bedächtigen Regierungschefin eine schnelle Reaktion und deutliche
Worte erfordern. Worte, welche die Täter verurteilen und den Opfern
Trost spenden, muss diese Kanzlerin noch lernen.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de