Schwäbische Zeitung: Mit Assad gegen den IS – Kommentar

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Als der arabische Frühling auch in Syrien
begann, gab man Präsident Baschar al-Assad nicht mehr zu viel Zeit im
Amt. Das ist vier Jahre her, und der ungelenke Baschar sitzt immer
noch im Präsidentenpalast in Damaskus. Auch die USA und Israel wissen
inzwischen, dass es für sie mit dem Diktator Assad viel leichter ist
als mit einem vom Islamischen Staat begründeten Regime, das
Abtrünnige köpfen lässt und Kulturdenkmäler schleift.

Assad wiederum wird die Geister nicht mehr los, die er beschwor,
um seine eigene Bedeutung als Partner herauszustreichen. Es ist zu
vermuten, dass Assad den Sturz der Stadt Palmyra am Donnerstag
einkalkuliert hat, um einmal zu zeigen, wie wichtig es ist, mit ihm
zusammen zu arbeiten.

Amerikaner und Israeli fragen sonst nur selten nach, mit wem sie
kooperieren. Solange es der eigenen Sicherheit dient, arbeiten sie
auch mit Diktatoren oder mit Anti-Demokraten wie dem Königshaus in
Saudi-Arabien zusammen. Wenn das Morden in Syrien aufhören und die
Zerstörung einer Hochkultur beendet werden soll, braucht es Gespräche
mit Assad. Sonst könnte irgendwann der Islamische Staat auch in
Damaskus einmarschieren.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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