Schwäbische Zeitung: Neue Konflikte drohen – Kommentar zu NATO-Gipfel

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Vor zwei Jahren noch, beim letzten NATO-Gipfel
in Wales, war die Verunsicherung groß. Wie soll man mit einer
russischen Führung umgehen, die Fakten schafft, indem sie Grenzen in
Europa neu zieht? Beim heute in Warschau beginnenden Treffen der
Staats- und Regierungschefs der NATO scheint klar, dass die Strategie
gegenüber Wladimir Putin aufgehen könnte: Die Einigkeit der EU und
der NATO hat den russischen Präsidenten überrascht.

Wenn nun Moskau eine Wiederaufnahme des NATO-Russland-Rates
signalisiert, kann das erst einmal als Erfolg gewertet werden. Aber
das Treffen in Warschau sollte vor allem dazu dienen, potenziellen
Konflikten innerhalb des Verteidigungsbündnisses selbst vorzubeugen.
Wie geht man mit einem erratisch agierenden Chef des NATO-Mitglieds
Türkei um, der aus taktischen Erwägungen Krieg im eigenen Land gegen
die Kurden führt? Wie will sich die NATO verhalten, wenn Präsident
Erdogan innere Konflikte militärisch nach außen trägt? Bei allem
Erfolg in Sachen Russland, muss die NATO jetzt Mechanismen für solche
Szenarien suchen.

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Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
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