Schwäbische Zeitung: Rückzug in die Kuschelecke – Kommentar zu Wahlen in der Schweiz

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Fast ein Drittel der Schweizer Wähler macht
seit Jahren sein Kreuzchen bei einer nationalkonservativen bis
rechtspopulistischen Partei: bei der SVP. Dass sie jetzt angesichts
der Flüchtlingskrise nochmals zulegen würde, war klar. Sorgen sich
Einheimische wegen Fremden, ist das meistens der Fall.
Rechtspopulisten haben zwar üblicherweise auch keine durchführbare
Lösung der Flüchtlingskrise zur Hand. Aber mit eingängigen
Schlagworten haben sich noch immer Wähler einfangen lassen.

Erstaunlich ist aber, dass es der SVP inzwischen gelang, praktisch
in der Mitte der Gesellschaft anzukommen. Sie ist die stärkste
Schweizer Partei. Natürlich geht es in ihrem Programm nicht nur um
Ausländerpolitik. Insgesamt gesehen verkörpert die SVP aber die
Festung Schweiz. Und vor allem im Ländlichen Raum der Deutsch-Schweiz
findet diese Politik Zuspruch, bietet sie doch die Möglichkeit eines
Rückzugs in die eidgenössische Kuschelecke. Alles Fremde soll
wegbleiben. Dazu gehört für die SVP im Übrigen auch die EU, ein
Monstrum in den Augen der Schweizer Rechten. Wie aber ein sich
abschottender Kleinstaat in globalen Zeiten überlebensfähig sein
soll, lässt die SVP offen. Sicher ist aber, dass dies mit
Vorstellungen aus dem letzten Jahrhundert nicht funktioniert.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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