Schwäbische Zeitung: Schmid muss Profil schärfen – Kommentar zur Wahl des SPD-Landesvorsitzenden

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Die Spitzenkandidaten Winfried Kretschmann und
Nils Schmid haben sich am Wochenende Rückenwind von ihrer jeweiligen
Partei abgeholt. Um auch das gemeinsame Ziel zu erreichen, nämlich
die grün-rote Koalition über die Landtagswahl hinaus fortsetzen,
verschärft die SPD den Ton – gegenüber dem Koalitionspartner.

Während Kretschmann in Pforzheim die Arbeit der SPD ausdrücklich
lobt, betont Schmid in Mannheim die Unterschiede. Lang ist die von
Schmid verlesene Liste der Errungenschaften, die die SPD gegen
Widerstand in der Koalition durchgedrückt habe. Bei den zuletzt
schlechten Umfragewerten von 16, 17 Prozent für die Sozialdemokraten
ist Schmids Vorgehen richtig, im Kampfeswillen steckt auch der Mut
der Verzweiflung.

Das hat Landesvater Kretsch-mann nicht nötig. Er bleibt
verbindlich und präsidial. Und das hat nichts mit einer
Altersschwäche zu tun, die ihm der Vorsitzende der Jungen Union,
Nikolas Löbel, am Wochenende beim Landestag der
CDU-Nachwuchsorganisation in Bad Saulgau attestieren zu müssen
glaubte. Kretschmann weiß um seine Beliebtheit als Landesvater. Da
kann er großzügig sein. Schmid kann sich solche Großzügigkeit nicht
leisten.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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