Schwäbische Zeitung: Schwieriger Besuch – Kommentar zu Merkels Türkeireise

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Manches ist der Bundeskanzlerin vorgeworfen
worden: dass sie die Flüchtlingskrise falsch angepackt habe, dass sie
seit dem EU-Flüchtlingspakt gegenüber dem türkischen Präsidenten zahm
sei, Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen die Pressefreiheit
nicht direkt anspreche.

Feigheit vor ausgesprochen kniffligen Situationen kann ihr sicher
nicht angelastet werden. Dass sie heute mit dem EU-Ratspräsidenten
ins türkisch-syrische Grenzgebiet reist, um sich über die Versorgung
von Flüchtlingen zu informieren, birgt einige Risiken für Angela
Merkel. Dass die Terrormiliz Islamischer Staat in der Region aktiv
ist, dürfte vor allem dem Bundeskriminalamt und den türkischen
Sicherheitsdiensten Kopfschmerzen bereiten. Merkel wird sich vor
Bildern hüten, die falsche Botschaften senden. Die Selfies mit
syrischen Flüchtlingen in Deutschland im vergangenen Sommer brachten
sie anschließend in Bedrängnis.

Ihre Botschaft heute wird eher lauten: Bleibt in der Türkei, hier
ergeht es euch gut. Aber das wird sie wohl selber nicht glauben.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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