Schwäbische Zeitung: Weltwirtschaftsforums-Gründer Klaus Schwab warnt vor Auseinanderbrechen Europas

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Die Schwäbische Zeitung berichtet in ihrer
Ausgabe vom Mittwoch, 16.12.2015:

Weltwirtschaftsforums-Gründer Klaus Schwab warnt vor
Auseinanderbrechen Europas

Der Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus
Schwab, betrachtet den Zustand der Europäischen Union mit großer
Sorge und warnt vor einem Auseinanderbrechen des Kontinents. „Europa
steht am Scheideweg. Der Umgang mit Griechenland und die
Flüchtlingsfrage testen unsere Solidarität“, sagte Schwab der
Schwäbischen Zeitung (Mittwoch) in Ravensburg.

„Wir sind zurzeit in einer sehr prekären oder gefahrvollen
Periode, weil Strukturen, die unsere Sicherheit und unseren Wohlstand
garantiert haben, zu zerfallen drohen.“ Das Bewusstsein in der EU,
Teil einer Schicksalsgemeinschaft zu sein, sei nicht mehr vorhanden.
„Viele Mitgliedsländer benutzen Europa in einem eigennützigen Sinn.
Sie nehmen das, was ihnen passt und lehnen ab, was ihnen nicht
passt.“ Deutschland, das noch im Falle der Finanzkrise von
Griechenland in der Lage gewesen sei, die Dinge in seinem Sinne zu
ordnen, sei in der Flüchtlingsfrage auf sich allein gestellt. „Jetzt
werden, wenn Sie so wollen, Rechnungen mit Deutschland beglichen“,
erklärte Schwab, dessen Davoser Jahrestreffen seit Jahrzehnten die
weltweit führenden Politiker und Wirtschaftsexperten an einen Tisch
bringt.

Schwab plädierte auch für eine internationale Zusammenarbeit von
Wirtschaft, Regierungen und Zivilgesellschaft, um die Folgen der
globalen Digitalisierung zu analysieren und zu gestalten. Darüber
wird zentral vom 20. bis 23. Januar in den Schweizer Alpen
diskutiert. „Die Digitalisierung wird alle Bereiche der Wirtschaft
erfassen und das in einer rasenden Geschwindigkeit.“ All das
überfordere die Menschen und als Gegenreaktion schotteten sie sich
ab. „Die Menschen verstehen die Welt nicht mehr, sie verstehen Europa
nicht mehr.“ Der zunehmende Protektionismus sei Ausdruck des um sich
greifenden Egoismus. Letzten Endes führe der zu einem verstärkten
Nationalismus. „Es besteht tatsächlich die Gefahr, dass mehr und mehr
populistische Parteien die Macht übernehmen.“ Mindestens so
gefährlich an dieser Entwicklung sei, dass der Erfolg dieser Parteien
die gemäßigten Parteien unter Druck setzte, ebenfalls einen
nationalistischeren Kurs zu verfolgen. „Wir müssen deshalb versuchen,
diese Entwicklungen mit ethischen und gesetzlichen Normen zu
begleiten. Das kann nur auf einer weltweiten Basis geschehen.“

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