Schwäbische Zeitung: „Wolfs gefährliches Spiel“ – Kommentar zum Wahlkampf

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Das rot-schwarze Kuscheln von Guido Wolf und
Claus Schmiedel zeigt: Allen gegenteiligen Beschwörungen zum Trotz
ist die Flüchtlingskrise doch Wahlkampfthema geworden. Beide
Fraktionschefs präsentieren sich als Kümmerer – und lassen die
zögerlichen Grünen alt aussehen. Wenn Ministerpräsident Winfried
Kretschmann am 1. Oktober eine Regierungserklärung zum Thema abgibt,
wird sie bei vielen angesichts der vielen Debatten wie nachgekleckert
wirken.

Wolf geht in Sachen Flüchtlinge aber nicht nur auf Distanz zu den
Grünen – vor allem setzt er sich merklich von CDU-Kanzlerin Angela
Merkel ab. Weder beim montäglichen Auftritt in Stuttgart noch am
Freitag beim Parteikonvent in Heilbronn konnte sich Wolf dazu
durchringen, Merkels Kurs zu loben. Stattdessen gab es vor allem in
Heilbronn Rhetorik für „besorgte Bürger“: Es ging ums vermeintliche
„Schlaraffenland“ Deutschland, um die alte Dame, die sich abends
nicht mehr in den Park traut, um einseitige Medien, das drohende
Kippen der Stimmung im Land. Das Kalkül dieser düsteren Bilder ist
klar: Die CDU will als Anwalt der Sorgen der kleinen Leute
reüssieren, rechts von ihr darf dabei kein Platz sein.

Es ist ein gefährliches Spiel: Merkel ist noch immer
Stimmengarant, eine Distanzierung der Landes- von der Bundes-CDU
kompliziert. Und bei jeder Angstrhetorik besteht die Gefahr, dass die
Leute am Ende jene wählen, die diese besser beherrschen. Und das sind
die Parteien rechts von der CDU.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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