Schwäbische Zeitung: Zu den Anschlägen in Brüssel: Nun müssen Taten folgen

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Nach entsetzlichen Anschlägen ähneln sich die
Reaktionen häufig: Die offene Gesellschaft werde von denen
angegriffen, die die Freiheit hassten. Oder: Unsere Demokratie sei
wehrhaft und die widerwärtigen Attentate ließen uns alle enger
zusammenstehen. Es ist richtig, diese Gedanken zu formulieren. Auch
ist es eine Selbstverständlichkeit, den Angehörigen der Opfer aus
tiefstem Mitgefühl zu kondolieren. Aber es ist auch an der Zeit,
Konsequenzen aus einer ganzen Reihe von terroristischen Überfällen zu
ziehen. Hehren Worten müssen kühle Taten folgen.

Europa steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Dabei können
keine Garantien gegeben werden, dass Terroristen nicht wieder
woanders auf dem Kontinent zuschlagen werden. Der französische
Premierminister trifft den Kern der Sache, wenn er formuliert, wir
seien im Krieg und erlitten seit Monaten in Europa Kriegsakte.
Deshalb müsste es auch den Allerletzten klar werden, dass dem
internationalen Terror nur gemeinsam die Stirn geboten werden kann.
Mit nationalen Alleingängen kommt niemand weiter, wenn global
agierende IS-Fanatiker ihrem Hass freien Lauf lassen. Noch immer
halten Geheimdienste ihre Informationen zurück, weil sie ihre Quellen
nicht offenlegen wollen. Die Europäische Union braucht ein
gemeinsames Terrorabwehrzentrum.

Die Gewerkschaft der Polizei verlangt nach den Anschlägen von
Brüssel einen uneingeschränkten gemeinsamen Datenaustausch und liegt
mit dieser Forderung richtig. Eine solche Bündelung der Kräfte könnte
– immer im rechtsstaatlichen Rahmen – zügig von der EU beschlossen
werden, einseitige nationale Verschärfungen von
Sicherheitsvorkehrungen erinnern dagegen an Placebos. Der Kampf gegen
den IS wird Experten zufolge Jahre dauern und Milliarden
verschlingen. Dieser Krieg gegen Europa und seine viel beschworenen
Werte verdeutlicht aber auch mit aller Dramatik eines: Er ist nur
gemeinsam zu gewinnen. Flaggen auf Halbmast und ehrlich gemeinte
Solidaritätsbekundungen alleine reichen nicht aus.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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