Schwäbische Zeitung: Kurden sind nicht gleich Kurden

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Die Kämpfe gegen die Terroristen vom
Islamischen Staat verändern auch die deutsche Wahrnehmung der Kurden.
Vor wenigen Monaten noch wäre es kaum vorstellbar gewesen, dass die
Bundeswehr Waffen an die Peschmerga liefern, also an die bewaffneten
Einheiten der Kurden im Nordirak.

Nun erwägt der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der
Tuttlinger Volker Kauder, gar Waffenlieferungen an die kurdische
Arbeiterpartei, die PKK. Doch der Zweck, die effektive Bekämpfung des
Islamischen Staates, rechtfertigt nicht jedweden Partner. Immerhin
ist die PKK in Deutschland und den USA eine verbotene Organisation,
die auch vor politischen Morden nicht zurückgeschreckt hat. Seit der
Verhaftung ihres Anführers Abdullah Öcalan hat die PKK zwar einen
Versöhnungsprozess mit der türkischen Regierung in die Wege geleitet,
der immer wieder durch Scharmützel in der Südosttürkei und durch
Ankaras Untätigkeit im Kampf gegen den IS ins Stocken gerät.

Wenn Kauder der PKK helfen will, wird es ihm darum gehen, den
sturen türkischen Herrscher Erdogan zum Handeln zu bewegen. Doch die
PKK sind nicht die Peschmerga. Es braucht eine Diskussion um das
generelle deutsche Verhältnis zum Streben der Kurden nach Autonomie.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
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