Schwäbische Zeitung: Perfekte Feinde für dumpfe Schläger

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Die hohe Zahl der Schläger zeigt ihr
Mobilisierungspotenzial. Knapp 4800 Dumpfbacken, seien es Hooligans
oder Nazis, sind in Köln aufmarschiert und ein Gewaltexzess war die
Folge.

Die Krawallszenen machen Sorgen, lösen Angst aus, verunsichern
Bürger wie Politiker. Doch wer sich nun überrascht zeigt, der hat die
Hinweise der vergangenen Monate und Jahre ignoriert.

Aus Sicherheitskreisen verlautet, dass vor allem aus
Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg stammende Brutalos ihren
Spaß darin finden, sich über das Internet abzusprechen und dann
irgendwo zuzuschlagen. Darunter sind nicht nur Muskelprotze mit
überschaubaren Intelligenzquotienten, sondern nach Auskunft von
Szene-Kennern auch Akademiker. Die Randale kann dann in
niedrigklassigen Fußballstadien starten, wo im Gegensatz zur Ersten
oder Zweiten Liga mit wenig Polizei zu rechnen ist.

In den üblen Salafisten haben die nach Gewalt lechzenden Typen
solch perfekte Feinde gefunden, dass selbst der Hass auf andere
Fußballvereine keine Rolle mehr spielt. Das ist ein Traum und ein
perfekter Resonanzboden für Rechtsextremisten, die sonst gerne die
Biedermänner geben und normalerweise nur ein paar Hundert Mitkämpfer
auf die Beine bekommen. Wer also diese Gewaltausbrüche auf
vermeintliche Fußballfans reduziert und verharmlost, der irrt. Auch
der reflexartige Ruf nach neuen Gesetzen ist nur symbolischer
Aktionismus, er suggeriert Entschlossenheit, wo Ratlosigkeit
herrscht.

Andere Fragen müssen gestellt werden: Hat die Polizei wirklich
alle Möglichkeiten, gegen diesen Pöbel vorzugehen? Reichen die
Kapazitäten, genügt die technische Ausrüstung? Der Verfassungsschutz
erklärt, er leide unter Personalmangel und könne Islamisten nicht
daran hindern, nach Syrien zu reisen, um dort Kapitalverbrechen zu
begehen. Konsens sollte darüber herrschen, dass die Polizei die
Fähigkeit haben muss, konsequent gegen den Mob vorgehen zu können. 49
in Köln verletzte Polizisten sind 49 zu viel.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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