„SOS auf der Nordsee“ / „ZDF.reportage“ gibt Einblick in den Berufsalltag der Kieler Seenotretter (FOTO)

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Sie werden gerufen, wenn jemand in Seenot gerät, selbst bei
schwersten Stürmen stechen sie in See: das Team der Kieler
Seenotretter. In der „ZDF.reportage: SOS auf der Nordsee“ begleitet
Autor Torsten Mehltretter am Sonntag, 16. August 2015, 18.00 Uhr, die
Crew des Seenotkreuzers „Berlin“ bei ihren Einsätzen und gewährt
ungewöhnliche Einblicke in den Berufsalltag der Seenotretter.

Michael Müller ist seit 20 Jahren dabei und mittlerweile Kapitän
des Seenotkreuzers „Berlin“, der von Laboe bei Kiel startet: „In
unserem Revier gibt es jede Menge Segler, Fähren und Frachtschiffe,
da kommt viel zusammen – auch viele Notfälle!“, erklärt Müller. Ob
Fischer mit Motorschaden, Yachten, die auf Grund laufen oder Segler,
denen der Mast im Sturm gebrochen ist – die vierköpfige Crew
versucht, sie alle zurück zu holen. „Bisher sind wir immer los
gefahren, wenn ein Notruf eingegangen ist“, berichtet der Kapitän:
„Da kann der Sturm noch so jaulen.“ Etwa 150 Mal im Jahr werden
Kapitän Müller und seine Crew in der Kieler Bucht angefordert.

Purer Stress sind die neun Tage während der Kieler Woche. Das
größte Regatta-Event der Welt fordert der Besatzung alles ab. Sogar
eine Ärztin ist während dieser Tage permanent an Bord. So können die
Seenotretter schnell helfen, wenn Wassersportler bei stürmischem
Wetter überfordert sind. In Notfällen gibt es keine Routine erklärt
Kapitän Müller: „Kein Einsatz ist wie der vorherige, kein Schiff ist
wie das andere, die Wellen sind unterschiedlich, der Wind
unberechenbar und das Wasser manchmal zu flach für unseren Kreuzer.“

Die Rettungskreuzer gelten als unsinkbar – austesten möchte Müller
den Selbstaufrichtungsmechanismus aber nicht. Die Sicherheit seiner
Mannschaft steht für den Kapitän an erster Stelle. Für Stolperfallen
an Bord, zum Beispiel durch schlecht aufgerollte Taue, hat er kein
Verständnis: „Ich habe mir vorgenommen, meine Crew immer heil nach
Hause zu bringen.“

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