Spahn: Wir fordern lückenlose Aufklärung über Medikamententests

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Pharmaunternehmen aus Westdeutschland testeten in
den 1980er Jahren offenbar Medikamente in DDR-Kliniken. Mehr als
50.000 Patienten sollen oft unwissentlich als Testpersonen
missbraucht worden sein. Dazu erklärt der gesundheitspolitische
Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn:

„Es ist eigentlich unvorstellbar, dass Pharmaunternehmen aus
Westdeutschland ihre Medikamente in klinischen Studien an Patienten
in der DDR ohne deren Wissen getestet haben sollen. Sollten sich die
Berichte bewahrheiten, wäre das ein großer Skandal. Die Unternehmen
müssen nun zügig im eigenen Interesse aktiv und uneingeschränkt an
der Aufarbeitung dieser Vorgänge mitwirken.

Es steht der Vorwurf im Raum, dass die betroffenen Patienten
systematisch nicht darüber informiert und aufgeklärt wurden, dass sie
an klinischen Studien teilnehmen. Unklar ist zudem, ob die
behandelnden Ärzte überhaupt von den Vorgängen wussten, da die
Entschädigungen als Devisen an den Krankenhäusern vorbei in die
Staatskassen der DDR flossen. Im Übrigen steht damit auch die Frage
im Raum, ob der Unrechtsstaat DDR bewusst seine unwissenden Bürger
für Menschenversuche verkauft hat, um an ausländische Devisen zu
gelangen.

Nun geht es zuvörderst um eine lückenlose Aufklärung der damaligen
Vorkommnisse. In einem zweiten Schritt ist dann zu klären, wie
etwaigen Opfern, die nachweislich und unwissend geschädigt wurden,
geholfen werden kann und ob ein Anspruch auf Schadensersatz durch
beteiligte Pharmaunternehmen besteht.“

Pressekontakt:
CDU/CSU – Bundestagsfraktion
Pressestelle
Telefon: (030) 227-52360
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