Sporthilfe startet die Initiative „Sprungbrett Zukunft“

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Aufruf an die deutsche Wirtschaft /
Vernetzte Maßnahmen zur Dualen Karriere sollen deutsche
Spitzenathleten langfristig besser absichern

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat gemeinsam mit
Spitzenvertretern der deutschen Wirtschaft, mit Wissenschaftlern
sowie mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und mit den
Olympiasiegern Andreas Kuffner, Florian Mennigen und Jonas Reckermann
in der Deutschen Bank in Berlin die Initiative „Sprungbrett Zukunft –
Sport & Karriere“ gestartet. Mit der Initiative möchte die Stiftung
die langfristige Ausweitung der Athletenförderung weiterhin
gewährleisten und die berufliche Situation der Athleten nach der
sportlichen Karriere besser absichern.

Mit der vernetzten Initiative „Sprungbrett Zukunft – Sport &
Karriere“ wird die deutsche Wirtschaft dazu aufgerufen, die Deutsche
Sporthilfe bei ihren Bemühungen zu unterstützen, den deutschen
Spitzenathleten die Chance zu bieten, ihre sportliche Karriere zu
verfolgen, ohne gravierende Nachteile bei der beruflichen und
persönlichen Entwicklung zu befürchten. Dies soll erreicht werden
durch:

– Schaffung von vier- bis sechswöchigen Kurzzeitpraktika in
Unternehmen, mit Rücksicht auf die sportlichen Verpflichtungen
der Sportler
– Möglichkeiten einer Kennwortbewerbung mit Gesprächsoption für
ausgeschriebene Stellen für Sportler, und solche, die ihre
sportliche Karriere bereits beendet haben
– Auflage eines Mentorenprogramms, mit dem Entscheider aus der
Wirtschaft Begleiter und „Sparringspartner“ junger Athleten
werden

Mehrere Studien der Deutschen Sporthochschule Köln im Auftrag der
Sporthilfe zeigen, dass die Erfolge deutscher Spitzensportler unserem
Land gut tun: Zwei Drittel aller Deutschen sind „glücklich“ und
„stolz“, wenn deutsche Sportler internationale Medaillen gewinnen.
Und für 93 Prozent der jungen Deutschen sind Spitzensportler
hinsichtlich ihres Leistungswillens und ihrer Leistungsbereitschaft
Hoffnungsträger und Vorbilder.

Die Risiken der Spitzensportkarriere bleiben jedoch bei den
Sportlern: Der durchschnittliche Sporthilfe-Athlet lebt von 626 Euro
– bei einer 60-Stunden-Woche. 57 Prozent der Athleten leiden unter
Existenzängsten, viele sehen sich für Fehlverhalten gefährdet und nur
unzureichend gerüstet für die Zeit nach dem Sport.

„Die Ziele der Initiative sind einfach zu erreichen, wenn wir alle
zusammen unseren Athleten zur Seite stehen und die Kraft der
deutschen Wirtschaft mobilisieren. Zusammen bewirken wir auf diese
Weise eine substantielle Zukunftssicherung für unsere
Spitzensportler“, heißt in einem gemeinsamen Aufruf von Jürgen
Fitschen, dem Co-Vorsitzenden des Vorstands der Deutschen Bank, Prof.
Dr. Dieter Hundt, dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände, sowie Werner E. Klatten, dem Vorsitzenden des
Aufsichtsrats der Deutschen Sporthilfe. Klatten ergänzt: „Die
Sporthilfe verbindet mit Sprungbrett Zukunft auch einen Appell an die
gesamte deutsche Wirtschaft, sich im Kuratorium der Stiftung zu
engagieren.“

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich unterstützt die
Initiative der Deutschen Sporthilfe: „Für die Athletinnen und
Athleten ist die Sporthilfe-Initiative –Sprungbrett Zukunft– ein
wertvoller Baustein in der Förderung ihrer dualen Karriereplanung.
Die Aus- und Weiterbildung unserer Eliten ist eine Aufgabe der
gesamten Gesellschaft. Ich bin froh, dass die Sporthilfe diese
Herausforderung so klar formuliert, um möglichst viele dafür zu
gewinnen, sich bei dieser Aufgabe zu engagieren, finanziell und
ideell. Denn wir brauchen auch weiterhin sportliche Vorbilder.“

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Sporthilfe, Dr. Michael
Ilgner, unterstreicht den pragmatischen Ansatz der Initiative: „Wir
haben in der Vorbereitung von „Sprungbrett Zukunft“ geförderte
Athleten nach ihrem derzeitigen Berufsstand abgefragt sowie nach
ihrem grundsätzlichen Interesse an neuen Angeboten. Schon vor Start
unserer Initiative haben mehr als die Hälfte der geförderten Schüler
und Studenten explizit den Wunsch geäußert, auf diese Programme in
Zukunft zurückgreifen zu wollen.

Wir werden keine Garantien schaffen. Das passt auch nicht zu einer
offenen und wirtschaftlich ausgesprochen erfolgreichen Gesellschaft
mit hohen Anforderungen. Wir wollen neue Optionen schaffen, mit
Flexibilität und Verständnis unseren Athleten einen Ausgleich bieten
für ihre Inanspruchnahme durch die Gesellschaft. Wir suchen keine
Bevorzugung, wir suchen faire Chancen für Athleten auf dem
Arbeitsmarkt.“

Stimmen zur Initiative „Sprungbrett Zukunft“

Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Bank
AG: „Deutsche Top-Athleten begeistern weltweit mit ihren sportlichen
Erfolgen. Sie sind Leistungsbotschafter und tragen entscheidend zu
einem positiven Bild Deutschlands in der Welt bei. Sportlicher Erfolg
ist aber nicht nur eine Frage des Talents, sondern ist zudem harte
Arbeit. Dies parallel mit einer akademischen Laufbahn oder einer
beruflichen Ausbildung zu vereinbaren, ist für viele Athleten eine
große Herausforderung. Hier muss die Förderung der deutschen Sportler
ansetzen. Denn je früher sich die Athleten mit dem Beruf ein
weiteres, wichtiges Standbein aufbauen und Perspektiven nach der
Sportkarriere schaffen, desto besser. Deshalb unterstützt die
Deutsche Bank die Initiative –Sprungbrett Zukunft– der Deutschen
Sporthilfe.“

Prof. Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der
Deutschen Arbeitgeberverbände:

„Ohne ausgeprägte Teamfähigkeit, Leistungsorientierung,
Eigeninitiative und ein hohes Maß an Motivation erreicht niemand
einen Platz auf dem Treppchen. Dies sind auch für Unternehmen
zentrale Kriterien bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Qualifizierte Fachkräfte werden vor dem Hintergrund der
demografischen Entwicklung dringend gebraucht. Sportlern die Chance
auf eine Karriere nach der aktiven Zeit zu geben, ist deshalb nicht
nur Teil gesellschaftlicher Verantwortung, sondern auch im Interesse
der Wirtschaft.

Unser gemeinsames Ziel ist es, den Leistungssportlern gute
berufliche Perspektiven zu bieten. Es ist entscheidend für den
späteren Erfolg, dass Sportler frühzeitig mit einer beruflichen
Ausbildung oder einem Studium den Grundstein für die berufliche
Karriere nach dem Spitzensport legen. Ich werbe dafür, dass möglichst
viele Betriebe ihren Beitrag dazu leisten, die Sportler für die
„Karriere danach“ fit zu machen.“

Werner E. Klatten, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen
Sporthilfe:

„Die Sporthilfe ist überzeugt, dass unsere Initiative die Themen
Athletenförderung und -Unterstützung stärker ins öffentliche
Bewusstsein rücken und so mehr Verständnis für den Alltag von
Spitzenathleten wecken wird. Die Sporthilfe verbindet mit Sprungbrett
Zukunft auch einen Appell an die gesamte deutsche Wirtschaft, sich im
Kuratorium der Stiftung zu engagieren.

Wir haben die Erfahrung gemacht: Den Athleten steht ihrer hohen
Leistungsbereitschaft im Sport wie in der Ausbildung noch immer keine
angemessene Förderung für ihre spätere berufliche Zukunft gegenüber.
Unsere Nationalen Förderer und Partner gehen voran, aber sie brauchen
viele Nachahmer. Der Spitzensport ist unverändert ein faszinierender
Bereich unseres Lebens. Wir müssen die Herausforderungen hochbegabter
junger Menschen inmitten unserer Gesellschaft ernst nehmen. Denn wir
brauchen Vorbilder, aber wir bekommen sie nur, wenn wir unseren
Talenten eine feste Basis schaffen.“

Dr. Hans-Peter Friedrich, Bundesminister des Innern:

„Für die Athletinnen und Athleten ist die Sporthilfe-Initiative
–Sprungbrett Zukunft– ein wertvoller Baustein in der Förderung ihrer
dualen Karriereplanung. Die Aus- und Weiterbildung unserer Eliten ist
eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Ich bin froh, dass die
Sporthilfe diese Herausforderung so klar formuliert, um möglichst
viele dafür zu gewinnen, sich bei dieser Aufgabe zu engagieren,
finanziell und ideell. Denn wir brauchen auch weiterhin sportliche
Vorbilder.“

Dr. Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen
Sportbundes:

„Das DOSB-Präsidium hat erst im März ein Zehn-Punkte-Programm zur
dualen Karriere verabschiedet, das zusammen mit der
Athletenkommission erstellt worden ist. Es sind Kernbereiche für
dieses Programm definiert, die den Sportlerinnen und Sportler von der
Schule, über das Studium oder den Beruf bis zum Karriereende und
darüber hinaus begleiten sollen, damit sie möglichst ohne
Zukunftsängste ihren Spitzensport betreiben können. Auf
Hochleistungssportler muss gerade an den Hochschulen mehr Rücksicht
genommen werden, da wünsche ich mir ein Modell wie in Amerika. Die
Sportler am College und den Hochschulen sind dort Aushängeschilder.
Mit ihnen profiliert sich jede Universität. Nach dem Studium sind es
fehlende Praktika und berufliche Perspektiven, die Existenzängste und
Scheitern verursachen könnten. Mit einem Pool von Jobbörsen,
spitzensportkompatiblen Kurzpraktika in Unternehmen sowie auch mit
der Hilfe staatlicher Stellen in Land und Bund will der DOSB zusammen
mit der Sporthilfe dagegen halten und die Duale Karriere fördern.“

Jonas Reckermann, Beachvolleyball-Olympiasieger 2012:

„Förderung darf man nicht auf Geld reduzieren. Mehr Geld ist nicht
alles, und es fließt sicher viel Geld in den deutschen Sport, nicht
nur durch die Sporthilfe. Da kann man durch einen guten Einsatz
sicher mehr erreichen als mit dem bloßen Aktionismus. Bei der
Finanzierung meines Lehramtsstudiums half unter anderem die
Unterstützung durch die Sporthilfe. Und ich weiß aus Gesprächen, dass
viele andere Athleten, wie zum Beispiel die Hockey-Jungs, die Hilfe
brauchen, um Studium und Sport zu vereinbaren. Da ist keiner in einer
Sportförderkompanie oder beim Bundesgrenzschutz, die studieren fast
alle. Da ist es wichtig, dass es eine gesonderte Unterstützung gibt.
Sonst würden sie vermutlich irgendwann den Sport des Studiums wegen
aufgeben müssen. Zum Glück hatte ich immer die Situation, dass ich
neben der Sporthilfe Teamsponsoren hatte, um eine Basis zu haben.
Eine absolute Existenzangst gab es deshalb nicht, und ich musste auch
meine Eltern nie anpumpen. Doch das war eine Ausnahme und
Luxussituation. Ich bin sicher, dass viele Spitzensportler irgendwann
an die Schwelle kommen, an der sie genau überlegen, ob der Sport noch
Sinn macht oder nun andere Prioritäten gesetzt werden müssen. Die
Sportförderung hilft, beides unter einen Hut zu bekommen. Dennoch
gibt es sicherlich viele Sportler, etwa in weniger bekannten
Sportarten, die ihre Sportkarriere zugunsten des Studiums oder der
Ausbildung früh aufgeben mussten.“

„Nationale Förderer“ sind Lufthansa, Mercedes-Benz, Deutsche
Telekom und Deutsche Bank. Sie unterstützen die Stiftung Deutsche
Sporthilfe, die von ihr betreuten Sportlerinnen und Sportler und die
gesellschaftspolitischen Ziele der Stiftung in herausragender Weise.

Kontakt:
Stiftung Deutsche Sporthilfe
Hans-Joachim Elz
Otto Fleck-Schneise 8
60528 Frankfurt am Main
Tel: 069-67803 – 350
Fax: 069-67803 – 599
E-Mail: hans-joachim.elz@sporthilfe.de
Internet: www.sporthilfe.de

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