Statt „Sterbehilfe“ – Palliativversorgung ist gelebte Suizidprävention (FOTO)

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Zwei deutschlandweite Umfragen unter Experten der spezialisierten
ambulanten Palliativversorgung der Deutschen PalliativStiftung mit
der Universität Homburg/Saar brachten ein überraschendes Ergebnis.
Bei über 19.000 verstorbenen Palliativpatienten im letzten Jahr gab
es keinen Einzigen, der sich wegen unbehandelbaren Leidens das Leben
nahm.

Von rund 10 Prozent der Patienten oder deren Angehörigen wurden
die befragten Palliativexperten zu Beginn der Behandlung um Beihilfe
zur Selbsttötung oder Tötung auf Verlangen gebeten; aber nur rund 1
Promille beendeten ihr Leben vorzeitig, weil sie nicht mehr leben
wollten – und ohne deren Beihilfe!

Details der Studien werden vor der Sommerpause des Bundestages
vorgestellt werden. Palliativversorgung ermöglicht ein schmerzarmes
Lebensende, wenn kurative Medizin an ihre Grenzen gestoßen ist.
Spezialisten können die Patienten meist medikamentös so einstellen,
dass sie in den letzten Tagen oder Wochen das körperliche Leiden so
weit wie gewünscht lindern. Für unheilbar Kranke ist es die größte
Angst, unmenschliche Schmerzen ertragen müssen. Dies ruft bei einigen
den Wunsch hervor, dem Leben vorzeitig ein Ende zu setzen. Bei gut
umsorgten Palliativpatienten verschwindet der Wunsch in der Regel,
weil Angst und Schmerzen beseitigt werden können.

„Umsorgen oder Entsorgen? Ich mache mir weniger Sorgen um die
handvoll Menschen, die sterben möchten und denen ich nicht in
gewünschter Weise helfen kann oder will“, so Prof. Sven Gottschling,
Chefarzt des Zentrums für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie
der Universitätsklinik Homburg, „Ich mache mir viel mehr Sorgen um
die große Anzahl Menschen, die leben wollen, aber sterben müssen und
denen ich nicht helfen kann, weil wir uns nie kennen lernen werden.
Über Sterbehilfe zu sprechen ohne jedem Menschen wirksame
Palliativversorgung anbieten zu können, ist in meinen Augen zynisch.“
Und Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
PalliativStiftung ergänzt: „Bei allen Patienten konnte der
Sterbewunsch beseitigt werden, wenn er wegen unerträglichen Leidens
geäußert wurde. Deshalb ist Palliativversorgung gelebte
Suizidprävention!“

Die Deutsche PalliativStiftung fordert daher nachdrücklich eine
flächendeckende Palliativversorgung in Deutschland. Ein solcher
Gesetzentwurf befindet sich aktuell im Deutschen Bundestag, er soll
im Herbst verabschiedet werden. Parallel wird ein Verbot
organisierter Sterbehilfe im Bundestag diskutiert. Eine
flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung würde solche
organisierte „Sterbehilfe“ überflüssig machen und die Lebensqualität
unheilbar kranker Menschen in Deutschland erheblich verbessern, sind
Gottschling und Sitte überzeugt.

Pressekontakt:
Thomas Sitte
Deutsche PalliativStiftung
Am Bahnhof 2, 36037 Fulda
Tel.: 0661 48049797
Email: thomas.sitte@palliativstiftung.de

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