stern-RTL-Wahltrend: SPD und Grüne verlieren, FDP und AfD legen weiter zu – Deutsche zweifeln an EU-Pakt mit der Türkei

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Wenn am Sonntag der Bundestag neu gewählt werden
würde, könnte die AfD mit 11 Prozent als drittstärkste Kraft in den
Reichstag einziehen – ihr bislang höchster Wert im
stern-RTL-Wahltrend. CDU/CSU liegen weiterhin bei 35 Prozent, während
die SPD im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt einbüßt und auf
22 Prozent kommt – ihr niedrigster Wert seit Anfang 2015. Auch die
Grünen verlieren einen Punkt auf 10 Prozent. Die Linke dagegen
gewinnt einen Punkt hinzu auf 10 Prozent. Einen weiteren Punkt macht
auch die FDP gut, die nun auf 7 Prozent klettert. Auf die sonstigen
kleinen Parteien entfallen zusammen 5 Prozent. Der Anteil der
Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 34 Prozent.

Bei der Kanzlerpräferenz behauptet Angela Merkel ihre 50 Prozent,
während Sigmar Gabriel im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt zulegen
kann. Merkel hat damit 36 Prozentpunkte mehr als Gabriel, den sich 14
Prozent als Kanzler wünschen.

28 Prozent der Wahlberechtigten – noch einmal ein Prozentpunkt
mehr als in der Vorwoche – trauen der Union zu, mit den Problemen in
Deutschland am besten fertig zu werden. 9 Prozent billigen diese
politische Kompetenz der SPD zu. Eine Mehrheit von 55 Prozent traut
sie allerdings keiner Partei zu – darunter 44 Prozent der
SPD-Anhänger und 34 Prozent der Sympathisanten der Union.

In einer weiteren Umfrage ermittelte das Forsa-Institut im Auftrag
des stern, was die Deutschen vom Abkommen der EU mit der Türkei
halten, das jetzt in Brüssel verhandelt werden soll. Die Türkei will
alle aus ihrem Land neu in Griechenland eintreffenden Flüchtlinge
zurücknehmen, wenn die EU im Gegenzug die gleiche Zahl Syrer direkt
aus der Türkei einreisen lässt. Außerdem sollen drei Milliarden Euro
für die Versorgung der Flüchtlinge zusätzlich fließen, die
Visumpflicht für Türken schon im Juni entfallen und die
Beitrittsverhandlungen mit der EU beschleunigt werden. Die
Bundesregierung befürwortet ein solches Abkommen, stößt aber auf den
Widerstand anderer EU-Staaten.

Auch die Deutschen sehen den geplanten Pakt eher skeptisch: In
einer Forsa-Umfrage für den stern plädieren sie mit großer Mehrheit
(72 Prozent) nur für eine höhere finanzielle Unterstützung. Die
Visa-Freiheit für türkische Bürger zur Einreise in die EU lehnt fast
die Hälfte der Befragten (49 Prozent) ab, 44 Prozent meinen, dass die
EU-Länder sie akzeptieren sollte. Nur eine Minderheit von 26 Prozent
meint, dass die EU der Türkei bei den Verhandlungen zum EU-Beitritt
entgegenkommen sollte. Fast zwei Drittel der Bundesbürger (64
Prozent) bezweifeln, dass die Türkei den Flüchtlingsstrom in die EU
eindämmen kann, indem sie die Migration nach Griechenland stoppt.

Datenbasis Wahltrend: Das Forsa-Institut befragte vom 7. bis 11.
März 2016 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL
2505 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine
computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die
statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Datenbasis EU/Türkei-Umfrage: Das Forsa-Institut befragte am 10.
und 11. März 2016 im Auftrag des Magazins stern 1004 repräsentativ
ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte
Zufallsstichprobe ermittelt wurden. An 100 Prozent fehlende Angaben:
weiß nicht. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3
Prozentpunkten.

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe
stern-RTL-Wahltrend bzw. stern zur Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:
Esther Friede, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation, Telefon 040 –
3703 2178, oder Matthias Bolhöfer, RTL-Kommunikation, Telefon 0221 –
4567 4227 (nur Wahltrend).

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