stern-Umfrage in Nordrhein-Westfalen: Mehrheit hält Lebensbedingungen in NRW für schlechter als in anderen Bundesländern / Was die neue Landesregierung anpacken muss

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Für 40 Prozent aller Bürger Nordrhein-Westfalens
haben sich die Lebensverhältnisse im bevölkerungsreichsten Bundesland
in den vergangenen Jahren verschlechtert. Nur 15 Prozent meinen, dass
sie sich verbessert hätten, und 38 Prozent sind der Auffassung, sie
hätten sich nicht geändert. Das ist das Ergebnis einer
repräsentativen Erhebung, für die das Forsa-Institut im Auftrag des
stern vor der NRW-Landtagswahl am kommenden Sonntag insgesamt 1003
nordrhein-westfälische Einwohner befragt hat.

Diejenigen, die meinen, dass sich die Lebensbedingungen in den
vergangenen Jahren verschlechtert hätten – darunter 88 Prozent der
AfD-Anhänger -, sollten offen und ohne Vorgaben angeben, was ihrer
Meinung nach alles schlechter geworden sei. 46 Prozent sagen,
Kriminalität und Gewalt hätten zugenommen, 44 Prozent beklagen
Probleme im Bildungswesen, 42 Prozent monieren das Verkehrsaufkommen
und den Zustand der Straßen, 20 Prozent die marode Infrastruktur.

Von einer neuen Landesregierung erwarten die Bürger an Rhein und
Ruhr deshalb vor allem Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur
(55 Prozent), wobei die Verbesserung des Straßenzustandes eine hohe
Priorität hat. Außerdem wird erwartet, dass sie sich stärker als
bisher um die Schul- und Bildungspolitik im Land kümmert (52
Prozent). Wichtige Handlungsfelder der neuen Landesregierung wären
aus Sicht der Bürger zudem alle Maßnahmen zur Stärkung der inneren
Sicherheit und der Bekämpfung der Kriminalität (33 Prozent), die
Integration der nach NRW gekommenen Flüchtlinge und die der hier
schon lebenden Ausländer (29 Prozent) sowie die Sicherung der
bestehenden und die Schaffung neuer Arbeitsplätze (21 Prozent).

Nur wenige Befragte (8 Prozent) glauben, dass die
Lebensverhältnisse in allen Regionen Nordrhein-Westfalens weitgehend
ähnlich sind. Eine breite Mehrheit von 89 Prozent allerdings sagt,
dass es manchen Regionen besser oder schlechter geht als anderen
Regionen. Mehrheitlich (58 Prozent) halten die Bürger in
Nordrhein-Westfalen die Lebensverhältnisse in ihrem Land für
schlechter als in anderen deutschen Bundesländern, nur 4 Prozent
halten sie für besser. Dennoch geben 81 Prozent der Befragten an
Rhein und Ruhr an, gern in Nordrhein-Westfalen zu leben – darunter
überdurchschnittlich viele Anhänger der SPD (92 Prozent) und
unterdurchschnittlich wenige der AfD (51 Prozent). Von den wenigen
Bürgern, die nur ungern in NRW leben, würde die Hälfte (50 Prozent)
lieber in Bayern und fast ein Viertel (22 Prozent) lieber in
Baden-Württemberg wohnen.

80 Prozent der nordrhein-westfälischen Bürger fühlen sich mehr mit
der Region, in der sie leben, als mit dem Land Nordrhein-Westfalen
insgesamt verbunden. Nur eine Minderheit (15 Prozent) gibt an, sich
stärker mit Nordrhein-Westfalen verbunden zu fühlen. „Das zeigt, dass
es dem aus sehr heterogenen Regionen bestehenden Land seit seiner
Gründung nicht gelungen ist, wie in anderen Bundesländern eine Art
Wir-Gefühl zu entwickeln“, sagt Forsa-Chef Manfred Güllner. „Das Land
ist letztendlich doch zu zerklüftet, um ein einheitliches
Landesbewusstsein entfalten zu können.“

In der Forsa-Umfrage für den stern sollten außerdem alle Befragten
offen und ohne Vorgaben angeben, welche wichtigen Landespolitiker in
Nordrhein-Westfalen sie – abgesehen von Ministerpräsidentin Hannelore
Kraft – kennen. Am häufigsten nennen die Befragten den
nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (48 Prozent), den
CDU-Spitzenkandidaten Armin Laschet (41 Prozent) sowie die
stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (40 Prozent).
Weitere bekannte Landespolitiker sind Christian Lindner (19 Prozent),
Norbert-Walter Borjans (18 Prozent) und Johannes Remmel (14 Prozent).

Dass das Land Nordrhein-Westfalen in den nächsten fünf Jahren bei
SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in besseren Händen wäre als
bei CDU-Herausforderer Armin Laschet, meinen 40 Prozent. 27 Prozent
glauben, dass es bei Laschet in besseren Händen wäre, und 23 Prozent
sehen das Land weder bei Kraft noch bei Laschet in guten Händen.

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte vom 2. bis 4. Mai 2017 im
Auftrag des Magazins stern 1003 repräsentativ ausgesuchte Bürger aus
Nordrhein-Westfalen, die durch eine computergesteuerte
Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz
liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:
Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation,
Telefon 040 – 3703 2468, gruengreiff.sabine@guj.de

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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