Streubomben-Monitor 2015: Tödliche Einsätze von Streubomben in 5 Ländern

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Am heutigen 3. September 2015 wird in Genf der
jährliche Bericht (Streubomben-Monitor) über den Einsatz von
Streubomben, die Vernichtung dieser Waffen und den Stand der
Unterstützung der betroffenen Länder vorgestellt. Seit dem 1. Juli
2014 wurden Streubomben in fünf Ländern verwendet – so oft wie nie,
seit das Abkommen über ein Verbot dieser Waffen am 1. August 2010 in
Kraft getreten ist. Umso wichtiger sind klare Botschaften der
Vertragsstaaten, die bei der Ersten Überprüfungskonferenz zum
Verbotsabkommen in Dubrovnik vom 7. bis zum 11. September
zusammenkommen werden. Der Einsatz dieser menschenverachtenden Waffen
muss auf das Schärfste verurteilt werden, damit das Abkommen auch in
Zukunft Menschenleben schützen kann.

Negativrekord: Streubombeneinsatz in 5 Ländern

Laut dem Streubomben-Monitor wurden in fünf Ländern zwischen Juli
2014 und Juli 2015 Streubomben eingesetzt: Libyen, Syrien, Sudan,
Ukraine und Jemen – keines dieser Länder hat das Verbots-Abkommen
unterzeichnet. Laut Monitor waren es 2011 und 2012 jeweils noch zwei
Länder, in denen Streubomben eingesetzt wurden, und 2013 drei. Dabei
gab es die meisten Opfer in Syrien: 1.968 Menschen wurden dort
zwischen 2012 und 2014 durch diese Waffen verstümmelt oder getötet –
ein besonders erschreckendes Ergebnis. Laut Monitor stammen 92 % der
zwischen 2010 und 2014 gezählten Opfer aus der Zivilbevölkerung, die
Hälfte davon sind Kinder.

Der Einsatz muss konsequent verurteilt werden

Zwar haben über 140 Länder den Einsatz von Streubomben in Syrien
verurteilt, doch die Verwendung im Jemen, in der Ukraine, im Sudan
und in Libyen wurden von der internationalen Gemeinschaft nicht
einheitlich und verbindlich kritisiert. „Der Erfolg der wichtigen
Oslo-Konvention liegt auch in der Tabuisierung dieser grausamen
Waffen. Er könnte geschwächt werden, wenn Staaten, die nicht
unterzeichnet haben, diese Waffen vollkommen ungestraft nutzen
können. Deshalb müssen alle Vertragsstaaten diese Einsätze konsequent
verurteilen!“ fordert Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von
Handicap International in Deutschland. Die internationale
Hilfsorganisation Handicap International, die in weltweiten Projekten
betroffene Menschen unterstützt, hat die Kampagne gegen Streubomben
mit gegründet, die maßgeblich zum Zustandekommen der Oslo-Konvention
beigetragen hat.

Fortschritte bei der Umsetzung des Abkommens

Abgesehen von den Einsätzen durch Nicht-Vertragsstaaten zieht der
Streubomben-Monitor eine eher positive Bilanz über die Umsetzung der
Oslo-Konvention, die bis heute von 117 Ländern unterzeichnet wurde.
Seit der Erstunterzeichnung des Abkommens 2008 haben 27 Staaten mehr
als 1,3 Millionen Streubomben und mehr als 160 Millionen Stück
Submunition aus ihren Lagerbeständen vernichtet. Das entspricht
88%und 90% der gelagerten Vorräte der Vertragsstaaten. Ein Dutzend
Staaten haben sogar bereits vor der gesetzlichen Frist ihre gesamten
Vorräte zerstört. Außerdem wurden zwischen 2010 und 2014 mehr als
255 km2 weltweit von Überresten von Streumunition gesäubert. Acht
Vertragsstaaten haben die Säuberung ihrer kontaminierten Gebiete
bereits abgeschlossen.

Hier finden Sie Fakten und Bilder zu Streubomben und zum Monitor:
http://www.handicap-international.de/presse/

Die Kampagnensprecherin von Handicap International Eva Maria
Fischer ist bei der Überprüfungskonferenz in Dubrovnik vor Ort und
steht Ihnen für Nachfragen zur Verfügung.

Information:
Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit,
089/54 76 06 13
ab 6.9. zur Überprüfungskonferenz in Dubrovnik: 0176/99 28 41 35,
www.handicap-international.de

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