Studie: 43 Prozent aller Schwangerschaften in Entwicklungsländern sind ungewollt / DSW: „Angebote zu Aufklärung und Verhütung müssen früh beginnen“

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In Entwicklungsländern sind 89 Millionen
Schwangerschaften ungewollt – das sind 43 Prozent aller
Schwangerschaften. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass jede vierte
Frau dort nicht verhüten kann, auch wenn sie das gerne möchte. Diese
Zahlen gehen aus der heute veröffentlichten Studie „Adding it up“ des
US-amerikanischen Guttmacher Instituts hervor. Der größte
Handlungsbedarf besteht in Afrika südlich der Sahara. Hier kann jede
zweite nicht Frau verhüten.

Dazu sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung
Weltbevölkerung (DSW):

„Die Zahl der Frauen, die Zugang zu modernen Verhütungsmethoden
haben, ist in den letzten drei Jahren um elf Millionen gestiegen. Das
ist erfreulich und zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen erfolgreich
sind. Es ist allerdings noch immer viel zu wenig angesichts des
großen Bedarfs an Aufklärung und Verhütung, der mit Blick auf die
junge Altersstruktur in Entwicklungsländern weiter steigt. Deshalb
müssen Angebote zu Aufklärung und Verhütung früh beginnen, um
Jugendliche vor ungewollten Schwangerschaften zu schützen. Bei
Mädchen und jungen Frauen sind Komplikationen während der
Schwangerschaft und Geburt eine der häufigsten Todesursachen.“

Durch eine Verdopplung der aktuellen finanziellen Mittel von
jährlich 5,5 Milliarden US-Dollar für Aufklärung und Verhütung
könnten laut der neuen Studie des Guttmacher Instituts alle Frauen
und Mädchen in Entwicklungsländern, die eine Schwangerschaft
vermeiden wollen, mit entsprechenden Angeboten versorgt werden.
Dadurch gäbe es 67 Millionen weniger ungewollte Schwangerschaften, 23
Millionen weniger ungewollte Geburten, und das Leben von 224.000
schwangeren Frauen könnte gerettet werden.

Allerdings reicht der Zugang zu Verhütungsmitteln allein nicht
aus, wenn die Partner und Ehemänner nicht verhüten wollen. Renate
Bähr: „Ich fordere die Bundesregierung daher auf, den
Gender-Aktionsplan des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung weiter voranzutreiben und ausreichend
zu finanzieren.“

Weitere Informationen:

– Fakten zu Verhütung und Familienplanung (Infoblatt):
http://bit.ly/2ull47H

Die vollständige Studie des Guttmacher Instituts „Adding It Up:
Investing in Contraception and Maternal and Newborn Health“ im
englischen Original finden Sie unter: http://ots.de/ue9yF

Über die DSW

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation.
Ziel unserer Arbeit ist es, allen Menschen – insbesondere jungen
Menschen – den Zugang zu Sexualaufklärung und Verhütung zu
ermöglichen. Durch unsere Projekte in Afrika wissen Jugendliche, wie
sie ihre Gesundheit schützen und ihre Lebensperspektiven selbst
verbessern können. In Deutschland, in Europa und in Afrika begleiten
wir politische Entscheidungsprozesse in Fragen der Familienplanung
und Gesundheit.

Pressekontakt:
Leonie Müßig
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25
30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-38
E-Mail: leonie.muessig@dsw.org
Internet: www.dsw.org
Spendenkonto
IBAN: DE56250400660383838000 I BIC: COBADEFFXXX

Original-Content von: Deutsche Stiftung Weltbev?lkerung, übermittelt durch news aktuell

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