Studie: Berliner Bürger und Institutionen genießen bei Flüchtlingen großes Vertrauen

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Gefühl persönlicher Sicherheit. Jobsuche als
wichtigstes Thema. Andere Flüchtlinge sind Haupt-Informationsquelle.
Rolle der Freiwilligen unklar.

Flüchtlinge in Berlin haben generell großes Vertrauen in Bürger
und Institutionen wie Polizei und Justiz ihres Aufnahmelandes. Eine
Mehrheit fühlt sich persönlich sehr sicher. Die größte Sorge sind
fehlende Informationen zu Jobsuche und Arbeitsmarkt.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Hertie School of Governance
unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Hammerschmid und Anca
Oprisor, an der sowohl Studierende als auch Flüchtlinge
mitarbeiteten, die an einem speziell zugeschnittenen Kurs-Angebot der
Hertie School teilnahmen. Befragt wurden im Frühjahr 2016 351
Asylsuchende aus Afghanistan, Albanien, Irak, Kosovo und Syrien.

Trotz Kritik an der Handhabung des Flüchtlingsproblems durch die
Berliner Behörden im Herbst 2015 gaben 87 Prozent der Befragten an,
der Polizei zu vertrauen. Hohes Vertrauen genießen auch die Justiz
(81 Prozent) sowie die Berliner Bürger im Allgemeinen (85 Prozent).
Nur 20 Prozent zeigten sich zufrieden mit den öffentlichen Stellen,
mit denen sie Kontakt hatten, doch die Unzufriedenheit erstreckt sich
nicht auf die persönliche Ebene: 43 Prozent halten die
Staatsbediensteten für kompetent, 42 Prozent für freundlich und 52
Prozent gaben an, dass sie häufig den Eindruck der Überforderung
hatten. Dies deutet klar auf die ernsten Kapazitätsprobleme der
Verwaltung im vergangenen Herbst und Winter hin.

Flüchtlinge in Berlin haben mehrheitlich ein Gefühl persönlicher
Sicherheit (60 Prozent). Ihre größte Sorge sind fehlende
Informationen zu Jobsuche und Arbeitsmarkt (75 Prozent). 50 Prozent
wünschen sich außerdem besseren Zugang zu Deutschkursen.

Über 70 Prozent geben andere Flüchtlinge als wichtigste
Informationsquelle über öffentliche Leistungen an, nicht etwa
staatliche Stellen oder Nichtregierungsorganisationen. Die Behörden
könnten diesen Umstand nutzen, indem sie Flüchtlinge aktiv in ihre
Informationspolitik einbeziehen, so die Forscher. Allerdings fördert
die Umfrage auch ein großes Misstrauen der Flüchtlinge untereinander
zutage: 70 Prozent gaben an, anderen Flüchtlingen nicht zu vertrauen.
Hinzu kommt der Eindruck der wachsenden Ungleichbehandlung von
Flüchtlingen je nach Herkunftsland, die 59 Prozent der Befragten
empfinden. Unter den befragten Afghanen waren es gar 73 Prozent.

Überraschend gering ausgeprägt ist die Wahrnehmung der
zivilgesellschaftlichen Organisationen, obwohl diese in Berlin eine
zentrale Rolle spielten und die Engpässe der Behörden überbrücken
halfen. Dennoch werden sie von rund der Hälfte der Befragten als
unwichtig betrachtet. Jeder Dritte konnte nicht angeben, ob und
welchen Kontakt er zu Nichtregierungsorganisationen und Freiwilligen
hatte. Wer dies jedoch konnte, fällte ein positives Urteil über deren
Agieren. Die Autoren der Studie werten dies als Hinweis, dass die
Flüchtlinge zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Stellen kaum
differenzieren. Die Zusammenarbeit zwischen beiden sollte weiter
verbessert werden.

Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie auf unserer Webseite:
http://bit.ly/refugee_survey_de

Die Hertie School of Governance ist eine staatlich anerkannte,
private Hochschule mit Sitz in Berlin. Ihr Ziel ist es, herausragend
qualifizierte junge Menschen auf Führungsaufgaben im öffentlichen
Bereich, in der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft
vorzubereiten. Mit interdisziplinärer Forschung will die Hertie
School zudem die Diskussion über moderne Staatlichkeit voranbringen
und den Austausch zwischen den Sektoren anregen. Die Hochschule wurde
Ende 2003 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gegründet und wird
seither maßgeblich von ihr getragen.

Pressekontakt:
Regine Kreitz, Head of Communications, Tel.: 030 / 259 219 113,
Fax: 030 / 259 219 444, E-Mail: pressoffice@hertie-school.org

Original Content von: Hertie School of Governance, übermittelt durch news aktuell

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