Studie „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“: Innovationskraft ungebrochen

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– Überdurchschnittliche Forschungsquote und viele neue Produkte
– Zu wenig Fachpersonal und hoher Verwaltungsaufwand bremsen
– Investitionsquote im Inland zuletzt bei knapp fünf Prozent des
Umsatzes
– Digitalisierung sorgt für mehr Investitionen

Über ein Viertel der großen deutschen Familienunternehmen hat in
den vergangenen drei Jahren ein völlig neues Produkt auf den Markt
gebracht. Das ergibt die aktuelle Befragung „Die größten
Familienunternehmen in Deutschland“, die der Bundesverband der
Deutschen Industrie (BDI) und die Deutsche Bank gemeinsam mit dem
Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn jährlich
veröffentlichen. Jedes zweite große Familienunternehmen hat im selben
Zeitraum durch Innovationen die eigene Produktpalette erweitert, gut
60 Prozent haben die Produkte und Dienstleistungen verbessert. An der
Umfrage nahmen rund 380 der 4.500 größten Familienunternehmen in
Deutschland teil, die mindestens 50 Millionen Euro im Jahr umsetzen.

Deutschlands größte Familienunternehmen zählen damit zu den
besonders innovativen Arbeitgebern der Republik: Sie investierten
2015 bundesweit durchschnittlich 3,1 Prozent ihres Umsatzes in
Forschung und Entwicklung, in der Gesamtwirtschaft lag der Anteil bei
2,8 Prozent. Weit mehr als ein Drittel der Unternehmen plant, diese
Ausgaben im laufenden Jahr noch zu steigern.

„Deutschland profitiert stark von der Innovationskraft seiner
großen Familienunternehmen. Diese Innovationskraft gilt es
abzusichern gegen einen wachsenden globalen Wettbewerb bei immer
schnelleren Innovationszyklen“, sagt Stefan Bender, Leiter
Firmenkunden Deutschland bei der Deutschen Bank. Dabei lassen die
Rahmenbedingungen noch Luft nach oben: „Die Verunsicherungen nehmen
schleichend zu“, warnt Holger Lösch, Mitglied der
BDI-Hauptgeschäftsführung. „Mit dem Ergebnis des Referendums der
Briten, der Entscheidungslosigkeit in der Erbschaftsteuer und den
Widersprüchen im Klimaschutzplan der Bundesregierung gibt es drei
Negativbeispiele, die unsere Familienunternehmen immer stärker
belasten. Die Bundesregierung ist aufgerufen, zügig Signale für
Wachstum zu setzen und den Mittelstand auch für die Zukunft
wetterfest zu machen“, fordert Lösch.

Die sozialen, arbeitsrechtlichen und steuerlichen Bedingungen in
Deutschland sowie die Energiewende wirken sich laut Umfrage
tendenziell negativ auf die Investitionen aus. Dies ist wichtig, da
der größte Teil im Inland investiert wird: So gaben
Familienunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten im vergangenen
Jahr 4,9 Prozent des Umsatzes im Inland aus, gegenüber 2,4 Prozent im
Ausland.

Nahezu acht von zehn Arbeitsplätzen werden aktuell in Deutschland
bereitgestellt. Rund 45 Prozent der befragten Unternehmen planen, in
diesem Jahr neue Mitarbeiter einzustellen. Mehr als jedes fünfte
Unternehmen gibt an, der Fachkräftemangel hemme sie dabei, noch mehr
zu forschen. Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten bewerten die
Unternehmen dagegen als gut. Der Bankkredit bleibt dabei mit mehr als
55 Prozent die mit Abstand wichtigste Quelle der Fremdfinanzierung.

Die Digitalisierung wirkt sich ebenfalls auf die Investitionen der
größten Familienunternehmen aus: „Die Mehrheit von ihnen plant,
zukünftig noch mehr Geld in die elektronische Steuerung zu
investieren, um etwa Produktionsanlagen an neue technischen
Anforderungen anzupassen“, berichtet Friederike Welter, Professorin
an der Universität Siegen und Präsidentin des IfM Bonn.

Die Ergebnisse der Befragung finden Sie hier.

http://bdi.eu/media/themenfelder/mittelstand_familienunternehmen/p
ublikationen/Fruehjahrsbefragung_2016_Chartbook_I_070716.pdf

BDI

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