Studie: Schutz vor Arbeitsrisiken in hessischen Firmen gut ausgeprägt / Risikoschutz vor allem in Industrie und Gewerbe vorbildlich – aktive Gesundheitsförderung ausbaufähig

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Was steht an erster Stelle, wenn es um mehr Sicherheit am
Arbeitsplatz geht? Ganz einfach: Mit denjenigen darüber reden, die an
diesen Arbeitsplätzen arbeiten. Das haben mehr als drei Viertel der
Chefs in hessischen Unternehmen erkannt. 57 Prozent der Firmeninhaber
und Führungskräfte haben in ihrem Unternehmen Verfahren etabliert,
über die Mitarbeiter Ideen und Verbesserungsvorschläge für mehr
Sicherheit und Gesundheitsschutz einreichen können. Weitere 21
Prozent planen, solche einzuführen. Darüber hinaus geben 52 Prozent
aus den hessischen Chef-Etagen an, das Thema Sicherheit und
Gesundheit regelmäßig bei Mitarbeiter- und Teambesprechungen
aufzugreifen, weitere 23 Prozent haben sich dies für die Zukunft
vorgenommen. Die Einbindung der Mitarbeiter bei Sicherheit und
Gesundheitsschutz ist damit der häufigste Präventionsansatz in
hessischen Unternehmen. Das zeigt die repräsentative Studie
„Präventionskultur“ der Unfallkasse Hessen, für die 1.000 Hessen im
Alter zwischen 18 und 65 Jahren online befragt wurden. Durch Reden
allein wird Unfällen und Krankheiten natürlich nicht besser
vorgebeugt, wenn die Bedenken und Ideen der Mitarbeiter nicht
ernsthaft aufgegriffen werden. Doch rund zwei von drei hessischen
Arbeitnehmern geben an, dass sie sich von ihrem Unternehmen auch
ernst genommen fühlen, wenn sie Vorschläge zur Senkung von
Arbeitsrisiken machen.

Als weitere Maßnahme zur Gesundheitsprävention gibt die Hälfte der
Unternehmer und Führungskräfte an, dass ihre Mitarbeiter ihre
Arbeitsabläufe und Aufgaben selbst so abstimmen und einteilen können,
dass die Gesundheitsgefährdung minimiert wird. Weitere 22 Prozent
planen, dies in ihrem Betrieb einzuführen. Fast die Hälfte der Chefs
führt eine Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze in ihrem
Unternehmen durch, 20 Prozent wollen dies demnächst tun. 46 Prozent
sorgen durch eine ergonomische Ausstattung der Arbeitsplätze für
einen geringeren Krankenstand in ihrer Belegschaft, zusätzliche 28
Prozent haben sich dies vorgenommen. Externe Berater für die
Verbesserung von Abläufen und Vermeidung von Gefahrenquellen zieht
hingegen erst etwa ein Drittel der hessischen Chefs hinzu. 21 Prozent
planen, dies künftig zu tun.

Industrie und Gewerbe in Hessen vorbildlich bei
Gesundheitsprävention

Nach Wirtschaftszweigen aufgeschlüsselt zeigt sich, dass Industrie
und Gewerbe beim Sicherheits- und Gesundheitsschutz die Nase vorn
haben. Alle genannten Präventionsmaßnahmen sind hier in
überdurchschnittlichem Maße umgesetzt oder geplant. So geben zum
Beispiel 94 Prozent der Inhaber und Führungskräfte von Gewerbe- und
Industrieunternehmen an, dass ihre Mitarbeiter
Verbesserungsvorschläge für mehr Sicherheit einreichen können oder
Strukturen dafür geplant sind. 93 Prozent bieten oder planen eine
ergonomische Arbeitsplatzausstattung, und 88 Prozent führen eine
Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze durch oder haben sich dies
für die Zukunft vorgenommen.

Bei Dienstleistern und Handelsunternehmen ist die Gesundheits- und
Sicherheitsprävention hingegen deutlich schwächer ausgeprägt. Aber
auch hier geben jeweils mehr als die Hälfte der Führungskräfte an,
dass die genannten Präventionsmaßnahmen implementiert oder geplant
sind. Mit einer Ausnahme: Externe Berater kommen in beiden
Wirtschaftszweigen nur sehr verhalten zum Einsatz. 42 Prozent der
Chefs aus Dienstleistungsunternehmen und 45 Prozent aus dem Handel
geben an, externe Berater zur Verbesserung von Abläufen und
Vermeidung von Gefahren hinzuzuziehen oder dies zu planen.

Der Öffentliche Dienst nimmt bei der Gesundheitsprävention im
Wesentlichen das Mittelfeld ein, sticht aber in zwei Punkten positiv
hervor: Externe Berater setzen hier 68 Prozent der Chefs ein oder
haben dies in der Planung – nur fünf Prozentpunkte weniger als in
Industrie und Gewerbe. Regelmäßige Mitarbeiter- bzw. Teamgespräche
führen hier 89 Prozent durch oder haben dies vor. Damit liegt der
Öffentliche Dienst in diesem einen Punkt sogar noch vor den Gewerbe-
und Industrieunternehmen, wo dies zu 85 Prozent der Fall ist.

Arbeitnehmer sehen Verbesserungspotenziale

Trotz der grundsätzlich ermutigenden Zahlen zur
Arbeitsplatzsicherheit sehen die Arbeitnehmer in Hessen durchaus noch
Verbesserungsmöglichkeiten. Nur die Hälfte der Angestellten hat das
Gefühl, dass sich ihr Arbeitgeber wirklich ausreichend um ihre
gesundheitlichen Belange sorgt. Zur Verbesserung des
Gesundheitsschutzes wünschen sich die Angestellten vor allem eine
größere Auswahl an Präventiv-Angeboten wie Rückenschulen und mehr
Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer. „Die
Arbeitgeber in Hessen unternehmen sehr große Anstrengungen, um dafür
zu sorgen, dass die Arbeitsplätze selbst sicher sind und keine
Gesundheitsgefährdung für die Mitarbeiter darstellen“, lobt Sabine
Longerich, Kommunikationsleiterin bei der Unfallkasse Hessen. „Aber
es gibt noch deutlich Luft nach oben, wenn es darum geht, die
Gesundheit der Arbeitnehmer aktiv durch vorbeugende Maßnahmen zu
verbessern.“

Über die Studie

Für die Studie „Präventionskultur“ der Unfallkasse Hessen hat das
Meinungsforschungsinstitut Toluna 1.000 Hessen im Alter zwischen 18
und 65 Jahren online befragt. Die Studie untersucht unter anderem,
welche Gesundheits- und Vorsorgethemen die hessischen Arbeitnehmer
bewegen, inwiefern sich die Bevölkerung Gedanken um Prävention macht,
und ebenfalls, wie ehrenamtliche Tätigkeiten in Hessen wahrgenommen
werden. Die Befragung erfolgte im März 2016 und ist repräsentativ für
die hessische Bevölkerung nach Geschlechter- und Altersverteilung.

Pressekontakt:
Unfallkasse Hessen
Sabine Longerich
Pressesprecherin
Telefon 069 / 299 72-619
E-Mail: s.longerich@ukh.de

Original-Content von: Unfallkasse Hessen, übermittelt durch news aktuell

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