Stuttgarter Zeitung: Der frühere Generalinspekteur Harald Kujat zum Vormarsch der Taliban im nordafghanischen Kundus: „Verlängerung der Ausbildungsmission beseitigt die Defizite nicht“

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Der frühere Generalinspekteur Harald Kujat hält
eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan über 2016
hinaus für wenig erfolgversprechend. „Die militärische Bedeutung der
Ausbildungsmission ist gering – ihre Verlängerung würde die
afghanischen Streitkräfte nicht in einem Maße verbessern, dass sie
dem Ansturm der Taliban gewachsen wären“, sagte er im Interview der
„Stuttgarter Zeitung“ (Mittwochausgabe). Schon im Irak habe die Nato
über viele Jahre eine intensive Ausbildungsmission betrieben. „Das
Ergebnis sieht man heute“, sagte Kujat. Die Defizite der Streitkräfte
würden dadurch nicht beseitigt.

Die Ausbildung solle die Afghanen mit einer hohen Zahl an Soldaten
in die Lage versetzen, ihre eigene Sicherheit zu garantieren. „Aber
die Zahlen sind nicht entscheidend, sondern die militärische
Professionalität, die Kampfkraft, die Zuverlässigkeit, die Loyalität
und der Zusammenhalt der Soldaten“, sagte Kujat. „Was wir als
Kampfmoral bezeichnen, ist ein Riesenmanko in den afghanischen
Streitkräften.“ Selbst wenn die Situation in Kundus durch eine
Gegenoffensive noch einmal bereinigt werden sollte, was schwer genug
sei bei einer Stadt mit 300.000 Einwohnern, „wird sich die Situation
auf lange Sicht sicherlich nicht zum Besseren wenden“. ielmehr
„werden auch die Risiken für unsere Soldaten in der
Ausbildungsmission immer größer“, warnte Kujat gegenüber der
„Stuttgarter Zeitung“.

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