Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Gauck/Türkei/Völkermord

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Die Aufforderung, sich den Grausamkeiten der
Vergangenheit zu stellen, darf nicht nur in Richtung Türkei gelten.
Sie muss – gerade in diesem Fall – auch für die Kirchen, auch für die
Deutschen gelten. Denn auch sie haben Schuld auf sich geladen. Zum
ökumenischen Gedenkgottesdienst im Berliner Dom hat der
EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm beispielhaft daran
erinnert, dass die evangelische Kirche damals über den
Armenier-Genozid genau Bescheid wusste, aber wegschaute und untätig
blieb.

Bundespräsident Joachim Gauck schilderte, dass deutsche Militärs
an der Planung und einige sogar an der Durchführung von Deportationen
beteiligt waren. Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg hatte
1915 von Berlin aus dekretiert: „Unser einziges Ziel ist, die Türkei
bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig ob
darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht.“ Es ist notwendig, auch
über diese Wahrheiten zu sprechen. Nur wer eigenes Versagen
anerkennt, kann andere glaubwürdig ermuntern, die düsteren Seiten
seiner Geschichte nicht zu verdrängen.

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