Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Klonen/Forschung

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Das Klonen von Stammzellen, das nun offenbar
erstmals gelungen ist, eignet sich nicht für eine neue ethische
Debatte. Es ist ein technischer Fortschritt, aber – noch – keiner mit
gesellschaftlicher Relevanz. Die Labortechnik, mit der es nun
gelingt, geklonte Embryonen einige Tage wachsen zu lassen, rührt
nicht stärker an den Fragen nach dem Ursprung und der Einzigartigkeit
des menschlichen Lebens als frühere Experimente dieser Fachrichtung.
Die Rechtslage dazu ist in den vergangenen Jahren etabliert worden:
In Deutschland sind solche Versuche verboten, in den USA sind sie –
in Grenzen – erlaubt. Die Forscher bewegen sich innerhalb des
gesetzlichen Rahmens und testen nicht etwa dessen Grenzen aus.

Doch dieser Zustand des Sich-noch-nicht-kümmern-Müssens währt
womöglich nicht mehr lange. Noch ist ungeklärt, was aus den Embryonen
und den in ihnen enthaltenen Stammzellen werden könnte: Könnte sich
aus den Stammzellen Ersatzgewebe für medizinische Therapien züchten
lassen? Und könnte sich aus den Embryonen ein Mensch entwickeln? Wenn
die Antworten Ja lauten, würden die neuen Techniken für die Ethik
relevant. Dann stünde eine schwere Abwägung an: Darf man für die
Hoffnungen schwerkranker Patienten und ihrer Ärzte das Risiko
eingehen, dass Menschen geklont werden?

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