Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Lucke/AfD

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Der Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke wollte mit
seiner Partei Alternative für Deutschland eine – im historischen
Vergleich – mittelgroße politische Revolution anzetteln und die
Gemeinschaftswährung Euro in ihrer heutigen Form zum Einsturz
bringen. Aber er hat in seine Alternativ-Partei Leute gelockt und
hineingelassen, die einen ganz anderen Umsturz im Sinn haben: Sie
wollen ein Deutschland mit rechtsnationaler, ausländerfeindlicher und
antieuropäischer Gesinnung.

Lucke hat nicht wahrhaben wollen, wie stark diese Gruppierung in
der AfD inzwischen ist und wie sehr ihn sein streckenweise
egozentrischer Führungsstil von der Mitgliedermehrheit entfernt hat.
Auf dem Parteitag am vergangenen Wochenende wurde er entmachtet. Nun
geht Lucke selbst den nächsten logischen Schritt und verlässt die
Partei. Mit ihm sind Tausende AfD-Anhänger auf dem Absprung oder
bereits ausgetreten.

Gescheiterte Revolutionäre werden nicht selten zu Sektierern.
Bernd Lucke ist offensichtlich versucht, eine weitere Partei zu
gründen. Das sollte er sich wie der Republik ersparen.

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