Südwest Presse: Kommentar: Dallas

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So tragisch und verabscheuungswürdig die
Polizistenmorde in Dallas auch sind, sie verwundern nicht. Allein im
laufenden Jahr wurden in den USA mehr als 500 Menschen Opfer
tödlicher Polizeigewalt. Gemessen an ihrem Anteil an der
Gesamtbevölkerung trifft ein außerordentlich hoher Anteil der Schüsse
aus den Waffen der Ordnungshüter afroamerikanischer Männer.Mit der
Erschießung des unbewaffneten Teenagers Michael Brown in Ferguson,
Missouri, begann es keineswegs. Doch sein Tod entfachte eine
Bewegung, die Politiker und breite Teile der Bevölkerung für die
Willkür und Leichtfertigkeit sensibilisierten, mit der weiße
Polizisten ihre Schusswaffen einsetzen, wenn sie einem Schwarzen
gegenüberstehen. Man darf nicht vergessen, dass die klare Mehrheit
der Polizisten redliche, gewissenhafte Beamte sind, die sich nicht
über dem Gesetz wähnen. Umso schlimmer ist es, dass die US-Justiz
kriminelle Polizisten begünstigt, selbst wenn Verbrechen dokumentiert
sind. Smartphones und soziale Medien haben es ermöglicht,
unwiderlegbare Beweise überflüssiger Waffengewalt aufzuzeichnen. Dass
trotzdem immer wieder schießwütige Polizisten freigesprochen oder gar
nicht erst vor Gericht gestellt werden, schürt  Frust und
Ressentiments in der afroamerikanischen Gemeinde. Deshalb muss diese
Justiz reformiert werden, um sicherzustellen, dass Kriminelle zur
Rechenschaft gezogen werden – ob sie Uniform tragen oder nicht.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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