Südwest Presse: KOMMENTAR · FLÜCHTLINGE

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KOMMENTAR · FLÜCHTLINGE

Falsches Signal Es braucht weder Phantasie noch üblen Willen: Wenn
Menschen lange auf engstem Raum zusammenleben müssen, noch dazu
welche, die Angst und Unsicherheit erfahren und eine ungewisse
Zukunft vor sich haben, sind Konflikte absehbar. Das ist nicht nur
bei Flüchtlingen so, die sich zu Hunderten in Hallen und Heimen
arrangieren müssen. Das träfe vermutlich auch für manche
Firmenbelegschaft oder Großfamilie zu, wäre sie auf Gedeih und
Verderb verdonnert, Spannungen Tag und Nacht miteinander auszuhalten.
Insofern kann die Massenschlägerei in Calden nicht überraschen.
Überraschen kann jedoch der Vorstoß vom Vize-Chef der Gewerkschaft
der Polizei, Flüchtlinge nach Ethnien und Religionen zu trennen. Die
Überlegung führt in die Irre. Menschen nach Weltanschauungen zu
trennen, möglicherweise noch nach Strömungen innerhalb einer
Religion, zum Beispiel nach Schiiten und Sunniten, ist nicht nur
organisatorisch kaum handhabbar. Diese Vorstellung sendet ein
falsches Signal. Ethnische Ghettos sind nicht im Interesse
Deutschlands. Sie widersprechen dem Geist der Integration und des
Miteinanders unterschiedlicher Menschen und stehen für Abgrenzung und
Ausgrenzung Andersdenkender; also jener Grundhaltung, die Nährboden
neuer Konflikte ist. Der jetzige Flüchtlingsstrom bedeutet für alle,
ein neues Miteinander zu lernen, für Neuankömmlinge und Eingesessene.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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