Südwest Presse: KOMMENTAR FLÜCHTLINGE Große Worte, keine Taten

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Prominente appellieren an die Staatengemeinschaft,
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert die Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen zum Handeln auf. Es ist Weltflüchtlingstag. Da
wird die Menschlichkeit hochgehalten. Und danach? Oder davor?
Unlängst haben die Staatschefs der wirtschaftsstärksten Nationen
getagt. Als globale Herausforderung hat der G-7-Gipfel die
Flüchtlingskrise taxiert. Welch eine Erkenntnis! Die Antwort auf die
haarscharfe Analyse der nicht ganz neuen Realität lautete: Wir geben
nichts. Die internationalen Finanzinstitutionen sollen ihre
Scheckbücher zücken, um den Flüchtenden und Vertriebenen
beizuspringen. Und wer gibt dort den Ton an? Richtig: die selben
Staaten und ihre Lenker. Die EU hatte auf dem G-7-Treffen in Japan
immerhin die Solidarität der reichen Staaten mit den Ländern
gefordert, die als Nachbarstaaten einer Krisenregion die höchsten
Lasten tragen. Doch der Aufruf verhallte ungehört. Da gilt, was
längst Allgemeinplatz geworden ist: die internationalen Institutionen
können nur so gut sein, wie ihre Mitglieder. Das gilt für die Uno
genauso wie die Weltbank und die EU. Wenn viele Staaten schon keine
Menschen auch nur vorübergehend aufnehmen wollen, um ihre Existenz zu
retten, sollten sie wenigstens bereit sein, denen unter die Arme zu
greifen, die sich dieser menschlichsten aller Gesten nicht
rücksichtslos verweigern. Natürlich führt dies zu Einschränkungen.
Aber diese sind weit davon entfernt, ernsthafte Entbehrungen nach
sich zu ziehen. Sie könnten aber die Hoffnungslosigkeit in den Lagern
lindern, um dort nicht noch mehr Hass auf eine gnadenlos egoistische
Welt zu erzeugen.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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