Südwest Presse: Kommentar: Hass im Internet

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Jeder, der im Internet oder in sozialen Netzwerken
unterwegs ist, kennt sie: beleidigende, rassistische und
rechtsradikale Hasskommentare, die immer wieder sachlich geführte
Diskussionen auf Facebook & Co. sprengen. Auch auf den
Online-Präsenzen dieser Zeitung hat die Anzahl der Hasskommentare
seit Beginn der Flüchtlingskrise stark zugenommen. Deswegen ist es
richtig, dass Polizei und Justiz mit einer großangelegten Razzia
gegen Hass-Botschaften im Internet vorgehen.Die Tatsache, dass die
Behörden in 14 Bundesländern gegen 60 Beschuldigte aktiv wurden,
zeigt, dass Hetze im Netz kein Phänomen politisch radikaler
Randgruppen oder etwa ein lokal begrenztes Problem in einigen
ostdeutschen Bundesländern ist. Menschenverachtende Postings im Web
kommen heute immer öfter aus der Mitte der Gesellschaft, und ihre
Zunahme seit Sommer 2015 ist ein Indiz dafür, dass viele Bürger das
Internet immer noch als rechtsfreien Raum sehen. Doch das ist es
nicht. Das Strafrecht gilt auch dort. Darauf haben Politiker und
Medien immer wieder hingewiesen. Bislang sind die Appelle an
Zivilcourage und gegen eine Verrohung der Diskussionskultur und
Sprache im Netz aber verhallt. Die Razzia setzt jetzt ein deutliches
Zeichen, dass Politik und Behörden den Kampf gegen den Hass im Netz
ernst nehmen. Bleibt zu hoffen, dass sich die bislang überwiegend
schweigende Mehrheit anschließt und Präsenz gegen die Hetze zeigt –
online und offline.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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