Südwest Presse: KOMMENTAR · KRANKENKASSEN

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Schöne Bescherung

Es weihnachtet und Krankenkassen bitten zur Bescherung. Schön ist
die nicht. Es wird genommen, nicht gegeben – mal 5, mal 15, mal 25
Euro pro Monat. Nun könnte ja manch Zeitgenosse denken, was an der
Tanke im Geldbeutel bleibt, ist im Klinikpersonal gut angelegt. Dass
die Zusatzbeiträge allerdings jemals wieder sinken, dürfte sich als
Illusion erweisen. Denn Gesundheitsminister Gröhe und seine
Parteifreunde werden die Arbeitgeber nicht im gleichen Maß an den
Kosten des medizinischen Fortschritts beteiligen wie Arbeitnehmer.
Alternative? Gröhe müsste die gestiegenen Arzneimittelausgaben
senken, vor allem bei hochpreisigen neuen Präparaten, die in
Nachbarländern viel günstiger zu haben sind. Aber den Unternehmen
wollen CDU und CSU ja nicht auf die Füße treten. Blieben die Ärzte,
deren Honorar um vier Prozent gestiegen ist, oder Langzeit-Patienten,
denen die Kassen fünf Prozent mehr Krankengeld zahlten. Da ist zu
befürchten, dass sich die Versorgungslücken etwa mangels Hausärzten
vergrößern oder Kranke kränker werden, weil sie zu früh wieder
arbeiten oder ins Frührentner-Dasein gedrängt werden. Nein, den
Krankenkassen samt der Gesundheitsbürokratie will die Regierung nicht
ans Leder, teure Werbeaktionen hin, fragwürdige Zusatzleistungen her.
Gut, dass es den gesetzlich Versicherten gibt. Er kann die Kasse
wechseln. Das lohnt sich jedoch nur, bis diese ihren Zusatzbeitrag
erhöht.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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