Südwest Presse: KOMMENTAR · KÜKEN

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KOMMENTAR · KÜKEN

Vielversprechender Weg Verbesserungen beim Tierwohl können eine
mühsame Aufgabe sein. Das zeigt das Kükenschreddern, eine
erschreckende Methode, um die männlichen Küken loszuwerden, die bei
der Aufzucht von Legehühnern – egal ob für Bio- oder konventionelle
Produktion – als scheinbarer Abfall anfallen. Wobei längst nicht alle
so enden. Viele werden auch gleich nach dem Schlüpfen vergast und
landen als Tierfutter in Zoos. Das alles will der Eieresser am
liebsten gar nicht wissen. Hauptsache die Eier sind billig. Doch es
ist eine Folge der intensiven Tierhaltung: Legehennen sind speziell
gezüchtete Sorten – ganz andere als die, die als Brathähnchen auf dem
Teller landen. Bei letzteren spielt das Geschlecht keine Rolle. Nur
bei der Zucht von Legehennen sind die männlichen Küken ein Problem.
Zwar könnten sie zu Brathähnchen gemästet werden. Aber das ist teuer,
weil unter anderem langwieriger. Und die Verbraucher würden die
Hühnchen wohl kaum in den Mengen kaufen, wie sie anfallen. Daher
lässt sich das Kükentöten nicht so einfach verbieten – es muss eine
praktikable Alternative geben. Bis Wissenschaft und Politik dieses
Problem angepackt haben, hat es lang – zu lang – gedauert. Jetzt gibt
es einen vielversprechenden Weg. Ob er auch im Großbetrieb
praktikabel ist, muss sich noch erweisen. Das gilt auch für das
Schnabelkürzen: Lange behaupteten die Züchter, darauf nicht
verzichten zu können. Jetzt soll es in einem Jahr dank einer
freiwilligen Vereinbarung doch gehen. Auch Federpickerei und
Kannibalismus unter Hühnern werden insbesondere durch die
Massentierhaltung zum Problem. Unser Konsum hat einen hohen Preis.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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