Südwest Presse: Kommentar: MAD

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Spionage, Sabotage, Zersetzung. MAD – der bessere
Weg.“ Mit diesem Slogan warb der Militärische Abschirmdienst zu
Zeiten des Kalten Krieges um Zusammenarbeit. Rekruten, die mit
sensiblem Material zu tun hatten, schauten sich die Herren auch
genauer an. Nun soll der MAD flächendeckend alle Bewerber prüfen. Das
ist gut so. Extremisten haben in einer Parlamentsarmee nichts zu
suchen.

Seit dem Ende der Wehrpflicht plagen die Bundeswehr
Nachwuchssorgen. Nicht im Bereich der Offiziere, wohl aber bei den
Mannschaften. Die Gefahr, dass ungeeignete Bewerber durch die
Kontrolle schlüpfen, steigt mit dem Druck, um jeden Preis Personal
gewinnen zu müssen.

Eine Armee zieht nicht nur Menschen an, die aus demokratischer
Überzeugung dienen. Sie ist auch attraktiv für Menschen, die schlicht
Freude an Ordnung, Uniform und Waffen haben. Solche Kandidaten gab es
immer, unreife Möchtegern-Rambos fielen in der Regel in der
Grundausbildung auf und erhielten den Bescheid, der die Karriere
meist beendete: zur Beförderung nicht geeignet.

Das Thema der Dschihadisten, die in der Bundeswehr eine solide
Ausbildung absolvieren wollen, ist lange bekannt. Immer wieder gab es
Skandale wegen Rechtsextremisten, die in der Truppe ihr Unwesen
trieben und dem Ansehen der Bundeswehr schadeten. Auf Linke hat die
Armee traditionell wenig Anziehungskraft, Sowjet-Spione sind
dankenswerterweise längst Geschichte.

Der MAD tut, was der Verfassungsschutz durch den NSU-Skandal erst
lernen musste: Ein Geheimdienst darf politisch auf keinem Auge blind
sein. Der Beschluss der Regierung kommt deshalb spät, doch das ist
besser als nie.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

Original Content von: S?dwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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