Südwest Presse: Kommentar: Mindestlohn

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Mindestens neun Euro oder sogar noch deutlich mehr –
manche Gewerkschafter und Sozialverbände hatten eine kräftige
Erhöhung des Mindestlohns ab 2017 gefordert. Tatsächlich steigt er um
34 Cent auf 8,84 Euro pro Stunde. Nur oder immerhin? Das ist
Ansichtssache. Vier Prozent Lohnerhöhung innerhalb von eineinhalb
Jahren bekommen längst nicht alle Arbeitnehmer, insbesondere dann
nicht, wenn sie in Betrieben ohne Tarifbindung arbeiten. Doch mit 55
Euro im Monat zusätzlich, die diese Erhöhung bei einer
37,5-Stunden-Woche ausmacht, lassen sich auch in Zeiten geringer
Inflation keine riesigen Sprünge machen. Die Politik hat sich aus
solchen Diskussionen richtigerweise weitgehend herausgehalten. Dazu
hat die große Koalition von vornherein genaue Spielregeln für die
Erhöhung alle zwei Jahre festgelegt. Schon die lassen sich
unterschiedlich auslegen, wie die Diskussionen in der
Mindestlohnkommission gezeigt haben, in der Gewerkschafter und
Arbeitgebervertreter die genauen Werte festlegen müssen. Der
Abschluss im öffentlichen Dienst wurde noch berücksichtigt, die
Metallindustrie dagegen nicht. Das klingt leicht willkürlich, auch
wenn es logisch ist. Letztlich gab es ein einstimmiges Ergebnis.
Glücklicherweise. In einem waren sich beide Seiten einig: In der
Kommission werden keine Tarifverhandlungen geführt. Der Mindestlohn
darf nur der Entwicklung der Tariflöhne folgen, aber keine Vorgabe
für künftige Tarifrunden sein.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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