Südwest Presse: Kommentar: Nachhilfe

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Optimierung der Noten

Die Zahl ist nicht neu. Jeder siebte Schüler bekommt Nachhilfe,
das hat nun das Bertelsmann-Institut ermittelt. Ähnliche Studien gibt
es immer wieder. Die Zahl ist mal etwas höher, mal etwas niedriger.
Fakt aber ist: Der Zusatzunterricht gehört fast schon zum guten Ton.
Der Markt boomt, in der realen wie in der virtuellen Welt. Nachhilfe
ist eine gute und sinnvolle Sache. Natürlich macht es Sinn, wenn
Schüler, die mit den Zahlen auf Kriegsfuß stehen, aber sonst bestens
zurecht kommen, Mathe-Förderung bekommen. Natürlich kann ein
pubertärer Durchhänger mit Extraeinheiten aufgefangen werden. Die
Schulen richten sich mehr und mehr auf diese individuellen
Bedürfnisse ein. Es geht voran, wenn auch langsam. Bedenklich wird
es, wenn Schüler in zwei, drei oder noch mehr Fächern ohne Nachhilfe
nicht zurechtkommen. Dann sollten sich die Eltern überlegen, ob eine
andere Schulart nicht besser wäre. Doch das fällt vielen schwer. Der
Schulwechsel wird als persönliche Niederlage empfunden. Oft ist es
übertriebener Ehrgeiz, der Eltern antreibt. Es geht allein darum, die
Noten zu optimieren. Eine Vier im Zeugnis grenzt an eine Katastrophe.
Dazu kommt die diffuse Angst, das Kind könnte in der fünften Klasse
etwas verpassen, das es beim Abitur dringend braucht. Nicht selten
sind es dieselben Eltern, die sich im nächsten Atemzug über die zu
hohe Belastung ihrer Kinder beklagen. Da beißt sich die Katze in den
Schwanz.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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