Südwest Presse: Kommentar: Notaufnahmen

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Wenn die Krankenkassen Alarm schlagen, geht es in der
Regel nicht nur um das Wohl der Patienten, sondern auch um Geld. So
im Fall der immer volleren Notaufnahmen. Es stimmt, dass die Ärzte
dort immer weniger Zeit für dringende Fälle haben. Doch der Run auf
die Krankenhäuser ist auch ein finanzielles Problem. Schickt die
Klinik einen Patienten mit ein paar Tabletten nach Hause, bekommt sie
dafür viel weniger Geld, als es sie kostet – ein Minusgeschäft für
das Krankenhaus. Behält sie den Patienten über Nacht da, kann sie
deutlich mehr abrechnen – ein Minusgeschäft für die Krankenkasse. Die
Misere ist Symptom eines tieferliegenden Problems: der strikten
Trennung zwischen Ärzten und Krankenhäusern, zwischen ambulanter und
stationärer Behandlung. Bei der Bedarfsplanung und der Bezahlung
laufen beide Bereiche weitgehend nebeneinander her. Die Realität
zeigt, dass diese Grundannahme einfach grundfalsch ist. Es ist ja
nicht nur Bequemlichkeit, die Patienten in die Notaufnahmen treibt,
sondern auch die Hoffnung, dort noch am gleichen Tag einen Facharzt
sprechen zu können. Die Kassenärzte ignorieren diese Realität, wenn
sie sich strikt gegen eine Verzahnung mit den Notaufnahmen wehren.
Eine Gebühr für den Gang ins Krankenhaus würde die Falschen treffen:
die Patienten, die für die bestehenden Strukturen nichts können.
Ärzte und Kliniken müssen sich zusammenraufen, wenn nötig unter dem
Druck der Politik.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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