Südwest Presse: Kommentar Pflegedienste

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Mehr Kontrollen sind überfällig

Wo viel Geld bewegt wird, sind Betrüger nicht weit. Das zeigt sich
bei der gesetzlichen Pflegeversicherung: Sie gibt allein für die
ambulante Betreuung von 1,8 Millionen Pflegebedürftigen über 13
Milliarden Euro im Jahr aus. Da kann es nicht verwundern, dass es zu
Abrechnungsbetrug kommt. Schon eher, dass dagegen bisher
offensichtlich zu wenig unternommen wurde. Auf mehr als eine
Milliarde Euro wird der Schaden bei Pflege- und Krankenkassen sowie
kommunalen Sozialhilfeträgern geschätzt – eine erschreckend hohe
Zahl. Offenbar hat die Politik das Problem bisher unterschätzt. Es
ist zu leicht möglich, nicht erbrachte Leistungen abzurechnen. Die
Mehrzahl der rund 13000 ambulanten Pflegedienste arbeitet sauber.
Schwarze Schafe verderben ihr Ansehen. Umso wichtiger ist es,
Betrügereien möglichst schnell zu erschweren. Gänzlich zu verhindern
werden sie nicht sein. So viel kann der Medizinische Dienst der
Krankenkassen nicht kontrollieren. Es liegt nahe, diese Fachleute für
schärfere Überprüfungen einzusetzen. Denn sie haben die nötige
Erfahrung und sind bundesweit aufgestellt. Allerdings sind dafür
zusätzliche Mitarbeiter nötig. Nebenbei lassen sich die vielen
Pflegedienste nicht unangemeldet kontrollieren. Zudem müssen die
Pflegekassen verstärkt auffällige Abrechnungen aussieben und unter
die Lupe nehmen. Das ist ebenso personalintensiv wie die
Strafverfolgung durch die Staatsanwälte. Es ist eine Sisyphusarbeit.
Leider.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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