Südwest Presse: KOMMENTAR · SCHWARZARBEIT

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Weniger Hürden für legale Jobs

Nur gut, dass die Konjunktur gut läuft und wir einen milden Winter
haben. Das sorgt nicht nur für wenig Arbeitslose, sondern auch für
einen Rückgang der Schwarzarbeit. Beide Faktoren hängen eng zusammen:
Wenn die Arbeitnehmer genug legal verdienen, bemühen sie sich weniger
um illegale Verdienstmöglichkeiten zusätzlich zum Lohn. Seit zwei
Jahrzehnten legen der Experte Friedrich Schneider und das Institut
für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen jedes Jahr eine
Untersuchung der Schattenwirtschaft vor. Man mag über ihre
Berechnungsmethoden streiten. Die Zahlen täuschen eine Exaktheit vor,
die sie zwangsläufig nicht haben können, weil sich illegale
Beschäftigung jeder statistischen Erfassung entzieht. Aber sie bieten
zumindest Anhaltspunkte, und die sind eindeutig und erfreulich: Seit
1995 gab es – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – noch nie so wenig
Schwarzarbeit wie derzeit. Zwei Schlüsse fallen ins Auge: Niedrigere
Steuern könnten die Schwarzarbeit weiter zurückdrängen und so dem
Staat letztlich mehr Einnahmen verschaffen. Allerdings ist offen, ob
die Rechnung unterm Strich wirklich positiv ausfällt. Zudem könnte
durch die Flüchtlinge die illegale Beschäftigung wieder zunehmen. Das
ist fast zwangsläufig, insbesondere wenn die Hürden für legale Arbeit
hoch und kompliziert sind. Daher lohnt es sich für alle Seiten, über
sinnvollere Regeln nachzudenken.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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